CSD 2016

 

                                                Vortrag zum Hamburger CSD 2016

 

                 Sexuelles Selbstbestimmungsrecht – ein Thema für die Community?

 

           Widerstreit zwischen Recht, öffentlicher Meinung, Moral und Wissenschaft

 

 

Beginnen möchte ich mit einer Buchvorstellung. Vor acht Jahren (2008) erschien der Band Sehnsucht nach Liebe von Jörg.S.1 Dieses Buch passt zur Missbrauchsdiskussion der letzten Jahre und zeigt zugleich deren Unzulänglichkeiten, indem es den Begriff Pädophilie willkürlich benutzt. Jörg S. spricht von Sex mit Kindern. Aber sind die von ihm als Beispiele genannten Vierzehn-, Fünfzehn- und Sechzehnjährigen noch Kinder? § 176 StGB ist hier eindeutig: als Kinder gelten Menschen bis zum vollendeten 14. Lebensjahr.

Jörg S. (*1965) hat eine schlimme Kindheit hinter sich. „Sehnsucht nach Liebe“ ist das, was sein Denken und Fühlen bestimmte. Liebevolle Zuwendung hatte er nicht bei seinem Vater und erst recht nicht bei der Mutter gefunden. Und so suchte er Liebe an einem Ort und bei einer Tätigkeit, an dem und mit der er sie gewiss nicht finden konnte: auf dem schwulen Strich. Es ist das kurzzeitige Interesse der Freier an ihm, bevor es zum Sexualakt kommt, das in Jörg S., der sich als heterosexuell versteht, die Illusion einer Zuwendung erzeugt. Selbstverständlich wird und ist er nach jeder Begegnung mit einem Freier enttäuscht.

 

Jörg S’s Abrechnung im Jahr 2008 mit seinen Freiern der Jahre 1979 bis 1981 ist problematisch, weil diesen Freiern nicht vorgeworfen werden kann, mit einem Kind (im juristischen Sinne) pädophile sexuelle Handlungen vorgenommen zu haben. Selbst der Verführungstatbestand  hätte auf Dauer nicht gegriffen, nachdem Jörg S. nach eigenem Bekunden schnell ein routinierter Stricher geworden war. Strafbar gewesen wären sexuelle Handlungen mit Jörg S. nur nach § 175 StGB.

Jörg S. macht allein die Freier für seine Traumata verantwortlich. Das von ihm erwähnte Erlebnis auf dem S-Bahnhof Berlin-Steglitz, über das der Leser/die Leserin wenig Greifbares erfährt, kann nicht in gerader Linie zum Strich auf der Jebenstraße am Bahnhof Berlin-Zoologischer Garten geführt haben. Woher wusste der jugendliche  vierzehnjährige Steglitzer, dass er dort mit Sex Geld verdienen konnte? Woher kannte er den schwulen Strich? Und so angeekelt er nach seinen Ausführungen auch gewesen sein mag, er blieb zwei Jahre dabei. Es ist positiv, dass Jörg S. den Weg aus der Prostitution gefunden hat. Sein Buch, vor allem die zahlreichen darin enthaltenen Gedichte (130 von 194 Seiten), kreisen um das Thema „Suche nach Liebe und Zuwendung“ und um die Frage „Warum hat mich in Kindheit und Jugend niemand geliebt“?

 

Dass Freier sich Jugendliche auf dem Strich holen, ist die eine Seite der Medaille, die andere Jörg S’s Illusionen, die er mit dem Strich verbunden hatte und die ihn nur tiefer in seine Verlassenheit stürzten. Nur mit Pädophilie hat das Schicksal von Jörg S. nichts zu tun. Anders verhält es sich in seinem Fall mit der Problematik sexuellen Missbrauchs von Jugendlichen.

An dieser Stelle zeigt sich deutlich, wie notwendig es ist zu differenzieren, will man nicht einen argumentativen Brei erzeugen, in dem alles untrennbar zusammengerührt wird: Pädophilie, sexueller Missbrauch Jugendlicher, sexuelle Gewalt, physische und psychische Gewalt gegen Kinder und Jugendliche ohne sexuelle Komponente.

Dass Jörg S. eine solche Differenzierung aus persönlicher Betroffenheit nicht in den Sinn kam, ist nachvollziehbar, dass sie ein Fernsehfilm zur selben Thematik wie Frischfleisch2 aus dem Jahr 2012 allem Anschein nach nicht leisten will, sagt viel aus über die Haltung öffentlich-rechtlicher Sendeanstalten gegenüber Homosexuellen. In diesem Film werden Schwule vor allem als Freier und ausnahmslos gewalttätig dargestellt. Die schwulen Freier suchen minderjährige Stricher auf und missbrauchen sie rüde. Alle Freier sind in diesem Film unsympathische Männer (der ermordete Freier betrügt seinen Mann, ist promiskuitiv, hat Syphilis, die er weiterverbreitet). Die Stricher dagegen sind engelsgleich; sie werden allerdings im Film von Personen verkörpert, bei denen kein realer Freier auf den Gedanken gekommen wäre, sie könnten minderjährig sein. (Und wo in Leipzig gibt es noch einen schwulen Straßenstrich?) Der angeblich minderjährige und vorgebliche Strichjunge Kristi wird von seinen moldawischen Brüdern (die auffällig dem Klischee von Roma gleichen) als Lockvogel benutzt, um Freier auszurauben. Ein junger Polizeibeamter macht sich über schwule Männer, die verpartnert sind, lustig und beleidigt schwule Gesprächspartner. Die Kommissarin wittert überall Pädophilie, obwohl kein einziges Kind in den Fall verwickelt ist, und sexuellen Missbrauch von Minderjährigen; und sie vertritt die längst überholte Ansicht, wonach alle Strichjungen durchweg heterosexuell seien. Zu allem Überfluss ist der Streetworker auch schwul und verpartnert und hat überdies einen Narren an Kristi gefressen. Auch er ist als Schwuler gewalttätig und schlägt einen Freier nieder – denselben, der dann tot aufgefunden wird.

Pädophilie und Sexualität mit Jugendlichen im Strichermilieu abzuhandeln, wird diesem Thema nicht gerecht – vor allem dann nicht, wenn die Filmemacher weder etwas von mann-männlicher Prostitution noch von der Missbrauch-Problematik verstehen. Bei so viel Ignoranz kann man nur Ron van Outsems Verdikt zustimmen: „Auf dem Gebiet sexuellen Missbrauchs haben Vorurteile und Stereotype oft mehr Gewicht als Sachkenntnis“- und dieses Verdikt gilt auch für den Schweizer Professor Damian Miller, wenn er in einer Polemik gegen den Pädagogen Hartmut von Hentig im Zusammenhang mit dem Pädophilievorwurf gegen den langjährigen Leiter der Odenwaldschule schreibt: „Im Jahr 1961 berichtete Gerold Becker in einem Brief [an von Hentig] von einem Besuch bei dem 16 Jahre alten Klaus, der einen Unfall hatte…An Lüsternheit grenzend schwärmt Becker vom Körper des [sich im Koma befindenden] Jungen, der ihm im Wachzustand niemals die erwähnte Nähe gewähr[t hätte]“. Man mag diese Briefpassage für anstößig halten, aber auch hier die Frage: Was hat der „geile Blick“ Beckers auf den Körper des Sechzehnjährigen, den Miller ja nur behauptet, mit Pädophilie oder sexuellem Missbrauch zu tun?3

 

OB der sexuelle Kontakt Erwachsener mit Menschen bis zum vollendeten 16. bzw. achtzehnten Lebensjahr das letzte Tabu im Bereich der Humansexualität ist, sei dahingestellt.4. DASS die Beschäftigung damit aber im medialen, politischen Diskurs tabubesetzt ist und nur selten nüchtern, abwägend und vorurteilslos geführt wird oder geführt werden kann, daran besteht kein Zweifel. Alle Überlegungen zu diesem Thema stehen von vorneherein unter dem Vorbehalt des Jugendschutzes. Dieser Vorbehalt wirkt wie ein Denkverbot. Wer nicht die Notwendigkeit des Schutzes der Jugend, aber die institutionalisierte Jugendschutzpolitik hinterfragt, riskiert harte Gegenwehr bis zum Rufmord (z. B. in den Fällen Volker Beck, Helmut Kentler oder Rüdiger Lautmann).

Verglichen mit der Thematik sexueller Kontakte zu Minderjährigen, waren die harten Kontroversen zum Thema Homosexualität geradezu ein Kinderspiel, weil es nach § 175 StGB ja „nur“ um einvernehmliche, nicht öffentliche sexuelle Handlungen zwischen erwachsenen, d. h. volljährigen, Männern ging, und die Volljährigkeitsgrenze bis zum 1. Januar 1975 bei 21 Jahren lag. Und doch war auch in diesen Kontroversen das am intensivsten vorgebrachte Argument für die Beibehaltung und gegen die Revision oder gar Abschaffung des § 175 StGB das des Jugendschutzes, insbesondere auch nach Absenkung des Volljährigkeitsalters auf 18.Jahre. In Hamburg wurde vor allem in der Jugendbehörde und in der Polizei das Feindbild Homosexuelle bzw. Schwule noch lange nach den Reformen des § 175 StGB der Jahre 1969 und 1973 gepflegt und führte in Zusammenarbeit mit dem Bezirksamt Mitte nachweislich bis 1981 zur Fortführung der Überwachung homosexueller Männer, zu Toilettenverbotsscheinen und zum Einbau von Einwegspiegeln in öffentlichen Bedürfnisanstalten.5

Nun, dieses Kapitel scheint – zumindest vorerst – abgeschlossen zu sein, wenn ich auch dem Frieden nicht traue und vor einem Rückschlag, einem Rollback, warne. Wir dürfen uns nicht täuschen lassen. Äußerungen aus Politik, Gesellschaft und in den Qualitätsmedien entsprechend den Vorgaben politischer Korrektheit, lassen uns glauben, dass auch so gedacht werde. Wir vergessen dabei, dass Political Correctness eine Zweitsprache ist, eine „Radieschensprache“, die das, was man eigentlich denkt, unter einer roten oder violettroten oder regenbogenfarbigen sprachlichen Außenfläche verbirgt.

Die Vorgaben für meine Warnung bieten homophobe Äußerungen zu Homosexualität und Schwulen aus Russland, Polen, der Türkei, von islamischen, evangelikalen und katholischen Würdenträgern, von der “Alternative für Deutschland“ (AfD) und ihren Verbündeten  - aber

z. B.  auch das Verhalten Hamburger Museen (Museum für Hamburgische Geschichte, Museum für Arbeit, KZ-Gedenkstätte Neuengamme), wenn es um die Dokumentation der Geschichte der Homosexuellen geht. Es sei daran erinnert, dass Deutschland bis 1933 weltweit führend im Kampf um die Emanzipation der Homosexuellen war – und wie rasch die Ergebnisse dieses Kampfes zunichtegemacht wurden.

 

Welches sind nun die Gründe, weswegen das Thema sexueller Kontakte zu Minderjährigen so tabubeladen ist?

 

1. Die Gleichsetzung von Pädophilie bzw. sexuellen Kontakten zu Minderjährigen mit sexuellem Missbrauch bzw. sexueller Gewalt. Dabei steht medial und in der Wahrnehmung der Bevölkerung der Missbrauch von Jungen stärker im Fokus als der eines Mädchens, obwohl sexuelle Übergriffe auf Mädchen häufiger vorkommen.

 

2. Eine unklare Begrifflichkeit und unterschiedliche Altersgrenzen.  

 

3. Erhebliche Diskrepanzen in der wissenschaftlichen Beurteilung der Sexualität von Kindern und Jugendlichen einerseits und der Sexualität zwischen Erwachsenen und Minderjährigen andererseits.

 

4. Die emotionale Aufgeladenheit des Themas. Nirgendwo sonst scheint das Einverständnis von Medien und Medienkonsumenten mit den Ermittlungsbehörden größer zu sein, als wenn ein „Kinderschänder“ zur Strecke gebracht wird. Und wird er ermordet, kann der Mörder mit Sympathie in den Medien und bei der Bevölkerung rechnen.6

 

5. Die politische Dimension, die vor drei Jahren vor allem die Grünen und die FDP zu spüren bekommen haben, die aber auch andere Parteien betrifft, z. B. bei der Frage, ob Männer, die als Homosexuelle nach § 175a Abs. 3 (Verführung Minderjähriger, d. h. von Jungen und Jugendlichen zwischen 14 und 21 Jahren) verurteilt wurden, entschädigt werden können. Als ich vor reichlich zwei Jahren in einem Gespräch im Bundesjustizministerium auf die Problematik dieses Themas verwies, erstarrten die Mienen des Ministers und seiner anwesenden Mitarbeiter. Man sah ihnen förmlich an, welche Schlagzeilen sie vor Augen hatten…

 

6. Der Pädophilievorwurf als Möglichkeit der Instrumentalisierung, der Denunziation – und somit des Rufmordes – in Politik und Gesellschaft.7

 

7. Die lange verbreitete und gepflegte sexistische Vorstellung, wonach sexueller Missbrauch Minderjähriger ein typisch männliches Verbrechen sei.

 

8. Die Vorbehalte der schwulen Community, durch eine Beschäftigung mit sexuellen Handlungen zwischen Voll- und Minderjährigen in gefährliches Fahrwasser zu geraten. Deshalb heißt es: Was geht uns dieses Thema an? Homosexualität und Pädophilie bzw. Homosexualität und Sexualität mit Minderjährigen sind doch zwei grundverschiedene Medaillen, die nicht das Geringste miteinander zu tun haben.

Doch gemach, gemach, so einfach liegen die Dinge nicht. Diese Abwehrhaltung ähnelt der Behauptung der zweiten deutschen Schwulenbewegung, dass nur wenige Homosexuelle Analverkehr ausübten, wodurch man das Bild des Homosexuellen als Arschficker revidieren wollte. Ein untauglicher Versuch.8.

 

Die Gegenposition lautet:

1. Homosexualität hat mit Sexualität mit Minderjährigen genau so viel und genau so wenig zu tun, wie Heterosexualität mit Sexualität mit Minderjährigen zu tun hat. Im Bereich der Sexualität ist alles miteinander verbunden. Das Heteronormative ist genau so eine Fiktion und zu hinterfragen wie das Homonormative. Es gibt zahlreiche Übergänge im sexuellen Begehren und bisweilen unergründliche Grauzonen.

2. In der Außen- und Fremdwahrnehmung werden Schwule, Pädophile und der sexuelle Missbrauch Minderjähriger oft in einem Atemzug genannt und in einen Topf geworfen.9

Mit dem Wort Kinderficker sind nicht selten alle Schwule gemeint, dasselbe gilt für den Ausdruck Päderast. In der Berichterstattung des Hamburger Wochenblatts vom 13. April 2016 heißt es über einen Mann, der wegen sexueller Kontakte zu einem Zehn- und einem Dreizehnjährigen zu 2 Jahren und 3 Monaten Gefängnis verurteilt worden war: „Bei der Einlassung des Angeklagten ging es vor allem um seine krankhafte homophile Veranlagung“. Und in der polnischen Polemik wird für Schwule und Pädophile dasselbe Schimpfwort benutzt: pedały, dessen eigentliche Bedeutung Pedal(e) ist. „Dlaczego użyłem słowa ´pedały´“? „Pedałami nazywam aktywistów gejowskich“.10

3. Niemand wird leugnen, dass die Beratungsinstitutionen der schwulen Community es nicht nur mit volljährigen Schwulen zu tun haben.

Zwei Beispiele aus meinem Berufsleben sollen die Problematik erläutern, ein heterosexuelles und ein homosexuelles. Beide sind authentisch, abgesehen von den verwendeten Namen:

a. Lena war 13 Jahre alt, ging in die 7. Klasse (Quarta) des Gymnasiums, an dem ich tätig gewesen bin. Sie war ein früh entwickeltes, ein attraktives Mädchen, in das sich der neunzehnjährige Unterprimaner Carsten verliebte und zum Zuge kam mit allem Drum und Dran. Der Schulleiter sagte in meiner Gegenwart zu Carsten: „Sei vorsichtig. Da hat der Staatsanwalt noch die Hand drauf“. Nüchterne Antwort: „Ja, ich weiß“. Die Beziehung hielt im Übrigen, bis Lena Abitur machte, also rund sieben Jahre.

b. Der fünfzehnjährige Andreas lernt den 23jährigen Medizinstudenten Georg kennen; beide verlieben sich ineinander mit allem Drum und Dran. Andreas macht Abitur, Georg beendet sein Studium, beide ziehen zusammen, wobei der Jüngere ein Studium beginnt und schließlich erfolgreich beendet und Georg beruflich Karriere macht. Die Beziehung hält bis heute.

 

In diesen Beispielen haben sich Carsten und Georg, folgt man der tonangebenden Literatur – pädophiler Handlungen an einem Kind bzw. des sexuellen Missbrauchs an einem Minderjährigen schuldig und nach geltendem Gesetz strafbar gemacht.

 

Wie sehen diese rechtlichen Bestimmungen aus?

 

Sie bilden den dreizehnten Abschnitt des Strafgesetzbuches mit der Überschrift „Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung“ (§§ 174-184), wobei hier die § 174 („Sexueller Missbrauch von Schutzbefohlenen), § 176 (Sexueller Missbrauch von Kindern“), § 182 („Sexueller Missbrauch von Jugendlichen“), aber auch § 180 („Förderung sexueller Handlungen Minderjähriger“) und der umfangreiche, vier Seiten umfassende § 184 („Verbreitung pornographischer Schriften“) interessieren.

Das deutsche Strafrecht geht generell davon aus, dass in sexueller Hinsicht vollständige Selbstbestimmung nur für sexuelle Handlungen unter volljährigen Personen gilt. Kindern, d. h. Menschen bis zur Vollendung des 14. Lebensjahres, wird sie abgesprochen; Jugendlichen bis zum vollendeten sechzehnten Lebensjahr wird sie gelegentlich und denen zwischen dem sechzehnten und dem vollendeten achtzehnten Lebensjahr häufiger eingeräumt. Die oben genannten Paragraphen 174, 176, 180, 182 und 184 enthalten allein vier verschiedene Altersgrenzen, nämlich 14, 16, 18 und 21 Jahre.11

 

§ 176 StGB legt unmissverständlich und ohne Ausnahme fest, dass alle sexuellen Kontakte von Menschen, die das 14. Lebensjahr vollendet haben, mit Kindern, d. h. nach der juristischen Definition zu Menschen bis zum vollendeten 14. Lebensjahr, als sexueller Missbrauch gelten und strafrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen, wenn sie ans Tageslicht kommen.

Unter „sexuellen Handlungen“ sind nach § 184h StGB nur solche zu verstehen, „die im Hinblick auf das jeweilige geschützte Rechtsgut von einiger Erheblichkeit sind“. Was das im Fall von § 176 aber im Einzelnen bedeutet, bleibt offen. Doch gibt der weiterführende und strafverschärfende § 176a Abs. 2 Satz 1 einen gewissen Hinweis. Dort heißt es: „Der sexuelle Missbrauch von Kindern wird in den Fällen des § 176 Abs. 1 und 2 mit Freiheitsstrafe nicht unter zwei Jahren bestraft, wenn…eine Person über achtzehn Jahren mit einem Kind den Beischlaf vollzieht oder ähnliche Handlungen an ihm vornimmt oder an sich von ihm vornehmen lässt, die mit dem Eindringen in den Körper verbunden sind“. Somit ist mit dem Begriff „sexuelle Handlungen“ in § 176 ein breites, nicht näher spezifiziertes Spektrum gemeint, ausgenommen beischlafähnliche Handlungen, es sei denn, diese werden mit Kindern von Jugendlichen zwischen 14 und18 Jahren vorgenommen.

 

Höhere Schutzaltergrenzen als das vollendete 14. Lebensjahr enthält § 174 StGB in Verbindung mit § 180 Abs. (1) und (3). Dieser Strafparagraph bezieht sich auf sexuelle Kontakte von Erziehern, Sozialarbeitern, Ausbildern, Lehrern, Jugendleitern, Betreuern, Arbeitgebern, Trainern auf Grund ihrer Stellung oder im Rahmen ihrer beruflichen Tätigkeit zu Minderjährigen. § 174 StGB ist im Rahmen der Jugendarbeit der schwulen Community möglicherweise relevant, insbesondere wenn es sich um Personen handelt, die das 16. bzw. das 18. Lebensjahr noch nicht vollendet haben.  

 

Nach § 180 StGB macht sich strafbar, wer als Volljähriger (je nach Sachverhalt) sexuelle Handlungen mit Personen unter 16 bzw. 18 Jahren Vorschub leistet. (In diesem Strafparagraphen ist der alte Kuppeleiparagraph 180 enthalten).

 

§ 182 („Sexueller Missbrauch von Jugendlichen“) enthält eine Reihe Bestimmungen für Sachverhalte, in denen Personen unter 18 Jahren unter Ausnutzung einer Zwangslage zu sexuellen Handlungen veranlasst werden.

Interessant ist insbesondere § 182 Abs. 3, in dem es heißt: „Eine Person über einundzwanzig Jahre, die eine Person unter sechzehn Jahren dadurch missbraucht, dass sie

1.sexuelle Handlungen an ihr vornimmt oder an sich von ihr vornehmen lässt oder

2. diese dazu bestimmt, sexuelle Handlungen an einem Dritten vorzunehmen oder von einem Dritten an sich vornehmen zu lassen, und dabei die ihr gegenüber fehlende Fähigkeit des Opfers zur sexuellen Selbstbestimmung ausnutzt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft“.

Abs. 4: „Der Versuch ist strafbar“.

Allerdings werden derartige Sachverhalte in der Regel nur „auf Antrag verfolgt“.

Möglicherweise resultiert aus dieser Strafbestimmung der willkürlich erscheinende Altersunterschied von fünf Jahren, der in der Literatur oft als ausschlaggebend für das Vorliegen missbräuchlicher sexueller Handlungen an nicht volljährigen Menschen angegeben wird.

Die Bestimmungen des Strafgesetzbuches zum Schutz Minderjähriger vor Pornographie nach § 184 in Verbindung mit § 11, Abs. 3 wirken im Zeitalter des Internets surreal.

 

Die genannten rechtlichen Bestimmungen gelten für alle, für Männer, Frauen, Transmenschen, Hetero- und Homosexuelle; sie sind somit kein Sonderrecht, das speziell gegen Homosexuelle gerichtet wäre.

 

Die bisherigen Ausführungen haben gezeigt, dass die Problematik sexuellen Missbrauchs i. S. der deutschen Strafgesetzgebung sehr wohl auch die Schwule Community betreffen kann, denn nach wie vor existieren Altersgrenzen, die zu beachten sind, will man nicht in kritische Situationen geraten. Auf der sicheren Seite ist nur der- bzw. diejenige, dessen bzw. deren Sexualpartner bzw. Sexualpartnerin das achtzehnte Lebensjahr vollendet hat.

Ich selbst habe seit den ersten umfangreichen Berichten über sexuellen Missbrauch (vor allem auch in Familien), die auf Grund finnischer Untersuchungen in den 1970er-/1980er-Jahren in der schwedischen Presse erschienen – die deutschen Medien nahmen sich dieses Themas erst später an – vermieden, einem Kind oder Jugendlichen tröstend über den Kopf zu streichen. Und seit vor dreißig Jahren einer meiner Patensöhne im Alter von etwa drei Jahren in Anwesenheit seiner Mutter mir zeigte, dass er im Unterschied zu seiner neun Monate jüngeren Schwester ein Junge sei, frage ich mich, was geschehen wäre, wenn die Mutter bei der spontanen Entscheidung des kleinen Jungen nicht anwesend gewesen, sondern später hinzu gekommen wäre! Schwer zu sagen, was in dem kleinen Jungen vor sich ging. Vermutlich war er dabei, seinen Körper zu erkunden, und hatte dabei als eine Art „Alleinstellungsmerkmal“ seinen Penis entdeckt, auf den er stolz war und den er völlig unbefangen präsentierte. Es genügte ihm auch, dass seine Mutter und ich das zur Kenntnis nahmen. Danach verschwand er ohne Protest in der Badewanne.

Und als ich mir vor kurzem in Salzwedel einen Komplex des Neuen Bauens der 1920er-Jahre ansah, war ich heilfroh, als ein kleines Mädchen, das auf einer sonst menschenleeren Straße ständig vor mir her lief, endlich in einen Gartenweg abbog.

 

Sexueller Missbrauch verkauft sich gut. Gäbe es ihn nicht, müsste er aus marktstrategischen Gründen erfunden werden. Er ist ständiges Thema medialer Berichterstattung, schafft Arbeitsstellen in wissenschaftlicher Forschung, sozialer Beratung, im Rechtswesen, insbesondere bei Anwälten, füllt ganze Bücherregale mit Untersuchungsergebnissen und ihrer populärwissenschaftlichen Aufarbeitung in Belletristik, Kinder- und Jugendbüchern, ist Stoff zahlreicher Kriminal-Romane/Hörspiele/Filme sowie von Schauspielen.

Die mediale Aufarbeitung schwankt zwischen korrekter Berichterstattung, sachlicher Darstellung und Kommentierung einerseits und der Befriedigung des Voyeurismus und der Sensationsgier ihrer Konsumenten und Konsumentinnen andererseits,12 wobei oft außer Acht gelassen wird, dass sexueller Missbrauch 1. vor allem in Familien und deren Umfeld geschieht und damit ein alltägliches Phänomen der Mediennutzer bzw. Mediennutzerinnen ist und dass er 2. bei weitem nicht nur von Volljährigen, sondern häufig von Gleichaltrigen und von nur wenig älteren Kindern und Jugendlichen ausgeht.

Weiterhin fällt auf, dass in den Medien Begriffswirrwarr herrscht und dass nicht differenziert wird zwischen Kindern und Jugendlichen, zwischen sexuellem Missbrauch, sexueller Übergriffigkeit, sexueller Misshandlung und körperlicher Gewalt ohne sexuelle Komponente (Schläge/Prügel). All das summiert sich zu einer hohen Gesamtzahl, bei der Leser/Leserinnen und Hörer/Hörerinnen den Eindruck erhalten sollen, als gehe es immer um sexuellen Missbrauch. Dies ist aber bei weitem nicht der Fall.13

Der Anspruch auf Unschuldsvermutung eines Beschuldigten bis zu einem rechtskräftigen Urteil wird oft nicht eingehalten, oder sie wird so formuliert, dass sie kaum zu erkennen ist. Und der Wahrheitsgehalt der medialen Berichterstattung ist keineswegs immer über jeden Zweifel erhaben. Dabei gibt es keinen prinzipiellen Unterschied zwischen Sensationsblättern und Privatsendern auf der einen und der Qualitätspresse sowie den öffentlich-rechtlichen Medien auf der anderen Seite. Sie alle neigen dazu, Fälle sexuellen Missbrauchs auch für politische und gesellschaftliche Ziele wie Strafverschärfung, Gesellschaftskritik, Polemik gegen politische Gegner zu nutzen. Das zeigt sich, sobald Institutionen wie die katholische Kirche mit ihren Geistlichen und Institutionen (Schulen, Klöstern, Heimen, Caritaseinrichtungen),14 Elite- und Privatschulen,15 politische Parteien, Fürsorgeeinrichtungen, Jugendverbände16 oder der Kinderschutzbund17 im Mittelpunkt von Vorwürfen stehen. Dadurch entsteht der Eindruck, dass es den Medien oft weniger um den konkreten Fall und um Aufklärung geht als um die Suche nach ideologischen Sündenböcken für die sexuellen Übergriffe,18 wobei man in nahezu allen relevanten gesellschaftlichen Positionen und Strömungen Quellen sexuellen Missbrauchs entdeckt: in der katholischen Kirche mit ihrer autoritären Struktur und dem Zölibat, bei den  68’er mit ihrer antiautoritären Ideologie, in der  Humanistische Union mit der Abwendung vom Christentum und dessen Moralvorstellungen, im Elitedenken groß- und bildungsbürgerlicher Kreise mit ihren Privatschulen, in der gesamten Reformpädagogik, aber ebenso in den staatlichen Erziehungsgrundsätzen für die Heimerziehung, im Trainingskult der Sportverbände, in den intensiven Proben von Knabenchören usw.

 

Gegenüber in Verdacht geratenen oder gar überführten Prominenten (z. B. Drafi Deutscher [1946-2006] oder Sebastian Edathy) schwankt die Reaktion zwischen unerbittlich und abwartend.19 Angeblich oder tatsächlich Verantwortliche für eine nicht dem Mainstream entsprechende Haltung zur Sexualität Erwachsener mit Minderjährigen werden vorgeführt (Daniel Cohn-Bendit, Volker Beck, Jürgen Trittin, Gunter Verheugen, Helmut Kentler, Rüdiger Lautmann).20 Geradezu grotesk muten die Angriffe auf Felix Rexhausen an, weil in einem seiner zahlreichen Texte Sympathien für Pädosexualität zu erkennen seien.21

 

Dieselben Medien scheuen sich andererseits nicht, ausführlich und voyeuristisch über Sexveranstaltungen von Minderjährigen, die sie sonst als Opfer sexueller Gewalt sehen und zu schützen verlangen, ausgiebig berichten.22

 

Es ist nachvollziehbar, aber dennoch auffällig, wie oft sexueller Missbrauch Thema von Kriminalfilmen des Fernsehens oder von Kriminalhörspielen im Rundfunk ist.23   Im Zusammenhang mit der Ausstrahlung des Krimis Im toten Winkel am 1. Januar 2016 veröffentlichte die Mitteldeutsche Zeitung ein Gespräch mit Wolfgang Stumph, dem Schauspieler, der den Ermittler  Wilfried Stubbe verkörpert. Darin heißt es: „ Kindesmissbrauch ist oft Thema deutscher Kriminalfilme. Vielleicht mehr als nötig? ´Wir leben in einer Gesellschaft, in der die Medien vorgeben, wer und was aktuell ist´, sagte der 62-jährige Stumpf. ´Auch wenn diese Taten statistisch weniger geworden sind, ist doch jeder Missbrauch einer zu viel und beschämend, dass so etwas möglich ist. In unserem Film geht es um die Umstände, die zu so einem Verdacht führen können und deren Ursachen´“.24

 

Als Hörspiel und auf dem Theater erfolgreich war Felix Mitterers Stück Die Beichte aus dem Jahr 2003, in dem es um sexuellen Missbrauch von und vor allem auch sexuelle Gewalt gegen Minderjährige(n) in katholischen und staatlichen Fürsorgeheimen in Österreich und dessen Folgen für die Betroffenen geht – ein eindringliches, wenn auch schablonenhaftes und eindimensionales Stück, das allerdings die Diskussion um sexuellen Missbrauch im deutschsprachigen Gebiet befördert hat.25

 

Wer sich im Kaiserreich, in der Weimarer Republik und in der Nachkriegszeit in der Bundesrepublik und in der DDR mit der Homosexuellenproblematik beschäftigte, konnte immer darauf verweisen, dass die Forderung nach Aufhebung der gegen Homosexuelle gerichteten Strafvorschriften von bedeutenden Wissenschaftlern, Medizinern, Juristen, Schriftstellern, Künstlern, Intellektuellen unterstützt würden.

Bei der Thematik sexueller Handlungen volljähriger Menschen mit Minderjährigen ist das anders.26 Gab es vor einer Generation in der damaligen westdeutschen Gesellschaft einen gewissen Konsens, einen Unterschied zu machen zwischen einvernehmlichen sexuellen Handlungen Erwachsener mit Minderjährigen (und nur hierum ging es ja) einerseits und sexuellem Missbrauch bzw. sexueller Gewaltanwendung andererseits (wogegen es spezielle strafrechtliche Bestimmungen gab), geht die heute herrschende Lehrmeinung davon aus, dass 1. auf Grund des Macht- und Abhängigkeitsverhältnisses, 2. der prinzipiell ungleichen Beziehung und 3. der nicht vorhandenen oder begrenzten Fähigkeit, das sexuelle Selbstbestimmungsrecht zu wahren und durchzusetzen, einvernehmliche sexuelle Beziehungen zu Kindern überhaupt nicht, mit Jugendlichen bis zum vollendeten 16. Lebensjahr kaum und mit jungen Menschen bis zum vollendeten 18. Lebensjahr nur eingeschränkt möglich sind. Die Vertreter abweichender Positionen (z. B. Rüdiger Lautmann, Helmut Kentler, Hartmut von Hentig, Mitgliedern der Humanistischen Union) werden beschuldigt, sexuellen Missbrauch zu befürworten und zu fördern.27

 

So unbestritten die Kinder- und Jugendschutzposition generell zu sein scheint, so problematisch sind die wissenschaftlichen Studien und diejenigen der Verbände im Einzelnen. Behauptungen wie das Fehlen eines sexuellen Bewusstseins bei Kindern und jungen Jugendlichen sind noch kein Beweis. Und wenn Untersuchungen von Missbrauchopfern in Einrichtungen für psychisch Erkrankte zu dem Ergebnis kommen, dass sexueller Missbrauch zu psychischen Störungen führen kann, ist das weder eine Überraschung noch darüber hinaus sonderlich aussagekräftig, weil die desolaten Familienverhältnisse, in denen die befragten Personen lebten, alleine genügt hätten, psychische Störungen hervorzurufen.(Legte man es darauf an, ist es genau so leicht, Aussagen von Männern zusammenzustellen, die ihre ersten sexuellen Erfahrungen als Pubertierende und Heranwachsende mit erwachsenen Männern gemacht haben und dies nicht missen möchten – man lese z. B. die Erinnerungen an Schulzenhof von Erwin Berner, dem Sohn des Schriftstellers Erwin Strittmatter, die in diesem Jahr erschienen sind.) Nur am Rande wird erwähnt, dass es „unter den TäterInnen auch viele Jugendliche und Heranwachsende“ gibt.28

 

Die ermittelten und mitgeteilten absoluten Zahlen bzw. Prozentzahlen zu bestimmten Sachverhalten divergieren derart, dass sich jeder heraussuchen kann, was ihm am besten passt.29  In dem Feature Den Betroffenen zuhören von Dörte Hinrichsen im Deutschlandfunk vom 19. Mai 2016 werden folgende Zahlen genannt: „Für Deutschland jenseits dieser 12-13.000 Fälle, die jedes Jahr aktenkundig und juristisch verfolgt werden, eine Zahl von 1 Million betroffenen Kindern und Jugendlicher…Hinzu kommt ´eine Zahl von 7-8 Millionen Erwachsenen, die in ihrer Kindheit sexueller Gewalt ausgesetzt waren´“. Und so ist es keine Überraschung, dass es an anderer Stelle heißt: „´Und in der Tat ist es diesbezüglich auch angezeigt davon zu reden, dass sexueller Missbrauch das Ausmaß einer Volkskrankheit hat´. Damit ist sexueller Missbrauch hierzulande etwa so verbreitet wie Typ-2- Diabetes“. So wurde von einer Gerichtsmedizinerin die Zahl der jährlich sexuell missbrauchten Kinder in Deutschland mit 13.000 bis 200.000 Opfer angegeben; der Deutsche Kinderschutzbund ging 1991 von 80.000 Kindern aus.30 Und über die „Häufigkeit und die Geschlechterverteilung des sexuellen Missbrauchs von Knaben und Mädchen“ seien die Zahlen, „wenn überhaupt vorhanden, sehr different. Die…Untersuchungen weisen ein Geschlechterverhältnis [Jungen/Mädchen] von 1:6 bis 1:1 aus“.31  Der Anteil der Frauen am sexuellen Missbrauch von Kindern und Jugendlichen wird in Untersuchungen mit 5, 13, 20, 44, 59 Prozent angegeben.32 Unberücksichtigt bleibt in allen Untersuchungen das Phänomen überlanger Stillzeiten.33

 

Auch das Thema Sexueller Missbrauch ist konjunkturabhängig und unterliegt Hochs und Tiefs. In einem solchen Tief befand es sich bis zu dem Bekanntwerden der Fälle am Canisius-Kolleg und in der Odenwaldschule, nachdem während der 1990er- Jahre u. a. der Montessori-Prozess in Münster und die drei Wormser Prozesse die interessierte Öffentlichkeit in Atem gehalten hatten. In diesen Prozessen waren zahlreiche Männer und Frauen auf Grund von Hinweisen aus den Beratungsstellen Wildwasser und Zartbitter, von Sozialarbeiterinnen, einem Kinderarzt und einem Universitätsprofessor des sexuellen Missbrauchs beschuldigt und nach langwierigen Untersuchungen und Prozessen freigesprochen worden, nachdem sich die Anschuldigungen ausnahmslos als Denunziationen und allem Anschein nach als offenkundig bewusst falsch erhoben herausgestellt hatten34.

 

Zur Geschichte der Dritten deutschen Schwulenbewegung35 und der Partei Bündnis 90/Die Grünen gehören ohne Zweifel Bestrebungen während der 1970er- und 1980er- Jahre prinzipiell alle sexuellen Möglichkeiten straffrei ausleben zu können. Dieser Weg wurde nicht weiterverfolgt. Die moralische Entrüstung seit 2013 ist nachgetragen, resultiert zu einem Teil aus den vorausgegangenen Missbrauch-Skandalen um das Berliner Canisius-Kolleg und die Heppenheimer Odenwaldschule, hatte aber vor allem politische und gesellschaftspolitische Gründe – einerseits im Zusammenhang mit dem seinerzeit stattfindenden Bundestagswahlkampf, andererseits ist der Eindruck nicht von der Hand zu weisen, dass einigen „die ganze Richtung nicht passt“ (von Alice Schwarzer bis zu den Wutbürgern) und dass man versucht, die Erfolge der Sexuellen Revolution der beiden letzten Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts nicht nur zurückzudrängen, sondern zurückzudrehen. Dabei setzt man den Hebel bei den im öffentlichen Diskurs ohnehin weitestgehend abgelehnten sexuellen Handlungen mit Minderjährigen an, weil es noch nicht opportun erscheint, medial gegen Schwule, Lesben und Transmenschen mobil zu machen. Hellhörig machen sollte die ungenierte Verwendung von Begriffen wie Verschwulung oder Homo-Lobby36  in den Medien oder die Benennung von Straßen, Gebäuden, Stiftungen, Universitäten, Flughäfen nach homophoben Persönlichkeiten wie Heinrich Böll, Eugen Kogon, Helmut Schmidt. Eine solche Benennung lässt – unabhängig von Verdiensten dieser Personen – den Respekt vor Menschen mit anderer als heteronormativer Identität vermissen.

 

Die vor allem betroffenen Parteien, die Grünen37 und die FDP38, verhielten sich wenig souverän, sie reagierten defensiv statt offensiv, hatten sie doch nichts verschwiegen oder unter den Teppich gekehrt, war doch das, was man ihnen vorwarf, eine Generation zuvor bis weit in die politische Mitte hinein kein „Aufreger“.39 Statt auf diese Fakten zu verweisen, setzte eine „kollektive Amnesie“40 ein (Volker Beck, Jürgen Trittin, Krista Sager) oder – fast noch schlimmer – ein lächerliches Uminterpretieren des Gesagten und Geschriebenen (Daniel Cohn-Bendit, Corny Littmann). Diese nachträglichen Schutzbehauptungen von Personen, die Worte politischer Gegner üblicherweise auf die Goldwaage zu legen pflegen, sind erbärmlich. Eine Argumentation hätte folgendermaßen lauten können: Sexuelle Handlungen unter Kindern und Jugendlichen wurden bis in die 1970-er Jahre hinein mit Schlägen, Verboten, Taschengeldentzug geahndet; sexuelle Aufklärung fand in der Regel nicht statt. Gegen die Onanie wurden geradezu Feldzüge geführt mit pseudowissenschaftlichen Argumenten (Stichwörter: Rückenmarkschwindsucht, Debilität, baldige Unfruchtbarkeit, da nur eine begrenzte Zahl Samenergüsse zur Verfügung stünde). Gegen eine solche Sexualmoral, wie sie auch im Film Das weiße Band zum Ausdruck kommt, haben wir, die 68-er, ebenfalls rebelliert und dabei – wie bei jedem Aufstand – auch überzogene Positionen eingenommen, für die wir uns nicht zu rechtfertigen brauchen, weil sie von uns selbst revidiert worden sind. Wir 1968-er haben uns ja nicht nur gegen die Generation der für den Nationalsozialismus tatsächlich oder vermeintlich Verantwortlichen gerichtet, sondern genau so stark gegen die heuchlerische und restriktive Sexualmoral der 1950-er bis 1970-er Jahre.

 

In der Diskussion um sexuellen Missbrauch, um sexuelle Gewalt, um Übergriffigkeit und die strafrechtliche Relevanz derartiger Sachverhalte bleiben die, um deren Schutz es geht (abgesehen von speziellen Einzelfällen), merkwürdig schattenhaft. Und treten sie präziser hervor, wird ein Bild von älteren Kindern und von Jugendlichen gezeichnet, das ein Praktiker für frag-würdig hält: So erkannte man an meinem Gymnasium Schüler der 5. und 6. Klasse leicht daran, dass sie während der Pausen versuchten, dem anderen in den Schritt zu fassen. Als Pausenaufsicht habe ich dann mit dem Satz reagiert: „Hört auf, ihr braucht euere Eier noch“, was die Übergriffigkeit unter den gleichaltrigen Jungen unter Gelächter beendete – zumindest solange ich in der Nähe war.

Wer Schüler und Schülerinnen siebenter oder achter Klassen (um die 13 Jahre alt) unterrichtet hat, weiß, wie sehr gerade auch Mädchen dieser Altersstufe Lehrer in sexueller Hinsicht zu provozieren suchen. Dass ein Lehrer derartigen Avancen nicht nachgeben darf, ist die eine Seite der Medaille, die andere aber die immense Sexualisierung älterer Kinder und junger Jugendlicher.

Strafakten der NS-Zeit ist zu entnehmen, dass in manchen Bevölkerungsgruppen ein Bordellbesuch zum Zeitpunkt der Konfirmation (d. h. mit 14 Jahren, und das bedeutete in der damaligen Zeit: am Ende der Schulzeit von etwa 90% der Kinder) keine Seltenheit war. Nach der Konfirmation in der Kirche die erste Zigarre, der erste Schnaps, der erste Fick. Man trat ja mit der Konfirmation „ins Leben“, wie die alte Formulierung lautet.

Und wer wie ich als Schüler jahrelang in einem Internat gelebt hat, d. h. in einer geschlossenen sozialen Gruppe, dem braucht man nicht zu erzählen, was dort in sexueller Hinsicht möglich war bzw. ist – wohlgemerkt zwischen gleichaltrigen Schülern und zwischen solchen verschiedener Altersstufen.

 

Wer mit Jugendlichen arbeitet, weiß, dass es aus sehr verschiedenen und guten Gründen eines Kinder- und Jugendschutzes bedarf; er weiß aber auch, dass er es nicht mit unbefleckten Heiligen zu tun hat oder mit Kunstfiguren ohne eigene Vorstellung von Sexualität bis zum 18. Geburtstag.

 

Die geltenden Jugendschutzbestimmungen in der Pornographiegesetzgebung des deutschen Strafrechts machen auf mich einen weltfremden Eindruck. Die freiwillige Zurschaustellung des nackten Körpers durch Jugendliche in den sozialen Medien steht in krassem Widerspruch zu § 184 StGB über die Zugänglichmachung von Pornographie für Personen unter achtzehn Jahren.41

 

Sexuelle Gewalt gegen und sexuelle Übergriffe auf Kinder und Jugendliche sowie sexueller Missbrauch von Kindern und Jugendlichen wird es in jeder Gesellschaft geben - leider. Sie sind das negative Pendant zur Caritas, der uneigennützigen Liebe zu jungen Menschen. Und vergessen werden darf darüber hinaus nicht, dass das jeweils herrschende Bild von Kindern und Jugendlichen das Produkt einer historischen Entwicklung ist.42

 

Es ist heute wissenschaftlich weitgehend unumstritten, dass die sexuelle Orientierung eines Menschen angeboren ist oder sich sehr früh irreversibel herausbildet. Sie lässt sich also nicht ändern, nicht durch einen Willensakt beseitigen und nicht „heilen“. Dies gilt auch für die sexuelle Zuneigung zu Minderjährigen. Das einzige, was für Menschen, die davon betroffen sind, heute möglich ist, sind Präventionsangebote, um zu verhindern, gegen strafrechtliche Bestimmungen zu verstoßen.43.  Eine Änderung der geltenden Rechtslage (etwa eine Senkung der Schutzaltersgrenze auf 12 Jahre) ist auf Grund der gegenwärtigen gesellschaftspolitischen Situation und der einmütigen Haltung aller relevanten politischen Parteien, gesellschaftlichen Gruppierungen und einschlägigen Verbände von links bis rechts zu diesem Thema und in einer Zeit, in der schon das Nachdenken darüber tabu-behaftet ist, undenkbar.

 

                                                                Anmerkungen

 

 1  Jörg S.: Sehnsucht nach Liebe. Endstation Bahnhof Zoo. Lunen Verlag. Freiburg im Breisgau 2008.

 

 2  Frischfleisch. SOKO Leipzig, ZDF, gedreht 2011, Erstausstrahlung am 9.3.2012.

 

 3  Vgl. Ron van Outsem: Sexueller Missbrauch an Jungen. Forschung – Praxis – Perspektiven. Verlag DONNA VITA. Ruhnmark 1993.

Wie die Verhältnisse im Bereich der mann-männlichen Prostitution liegen, zeigt ein Chat am 4., 5., 7. und 11. März 2016 mit einem Mann mit der Planet Romeo-Profilnummer 27675088. Darin berichtet ein junger Rumäne, wie er und andere rumänische Jungen von einheimischen „Bossen“ zur Prostitution gezwungen werden, nachdem sie von Verwandten an diese „Bosse“ verkauft worden sind. Die „Bosse“ sind Zuhälter und streichen das verdiente Geld „ihrer“ Strichjungen ein; außerdem verkehren sie mit den Jungen ebenfalls sexuell. Diese Jungen sind in der Regel zwischen 16 und 20 Jahren alt, doch gibt es auch Jungen zwischen 13 und 15 Jahren, die von den „Bossen“ zur Prostitution gezwungen werden. Vgl. hierzu auch den in dieser Hinsicht korrekt recherchierten Fernsehkrimi Nachtgestalten der Reihe „Dresden Mord“, ausgestrahlt am 4.6.2016 (ZDF); vgl. dazu Ulrich Feld: Dresden Mord – Nachtgestalten. Kindersex an der Elbe (- ein Satz, der wiederum falsch ist). In: Frankfurter Neue Presse, Onlineausgabe, 5.6.2016  (http://www.fnp.de/nachrichten/tv/Dresden-Mord-Nachtgestalten); Rainer Tittelbach: Reihe Dresden Mord – Nachtgestalten unter http://www.tittelbach.tv/programm/reihe/artikel-4151.html..

Damian Miller: Variationen über den „Dreisatz der Pädophilie“. In: Frankfurter Rundschau, 15.6.2016 unter http://www.genios.de/stream/exportHtml/FR_fr_FRS_IC270234

 

 4  Als andere tabuisierte Themen fallen mir Inzest oder Zoophilie ein. Bei Letzterer übernimmt der Tierschutz die Funktion des Jugendschutzes.

 

 5  Vgl. Gottfried Lorenz/Ulf Bollmann: Liberales Hamburg? Homosexuellenverfolgung durch Polizei und Justiz nach 1945. Lambda Verlag. Hamburg 2013. S. 45-58, 78f.

 

 6  Vgl. Mordprozess nach Bluttat in Steilshoop: Ich habe einen Pädophilen erstochen. In: Hamburger Morgenpost, 10.9.2009. Vgl. weiterhin: Jörn Hasselmann, Kerstin Hense, Saara Wendisch: Denn sie wussten, was er tut. Ein 15-Jähriger tötet einen verurteilten Pädophilen. Mitten in einer Berliner Hochhaussiedlung. In: Der Tagesspiegel, 23.1.2013 (http://www.tagesspiegel.de/berlin/gewalttat-denn-sie-wussten...); Katja Gelinsky: Hier wohnt ein Kinderschänder. In: FAZ Sonntagszeitung, 11.2.2007.

 

 7  Vgl. z. B. Dirk Schümer: Rufmörder – eine Kampagne gegen den Schriftsteller Veit Heinichen. In: FAZ, 24.2.2009. Vgl. weiterhin Marco Maier: War das Crystal Meth Volker Becks für „besondere Dienstleistungen“ bestimmt? In diesem Artikel heißt es: „Volker Beck sieht nicht gerade aus wie der ´typische´ Crystal-Meth-Konsument…So werden Behauptungen aufgestellt, dass der Grünen-Politiker die gefährliche Droge nicht für den Eigenkonsum kaufte, sondern als Bezahlung für ´besondere Dienstleistungen´. Demnach gelte das Methamphetamin in der Stricherszene auch als Zahlungsmittel. Vor allem auch (minderjährige) Stricher betäuben sich damit, um so unter anderem das Schmerzempfinden zu reduzieren. Wollte Beck damit tatsächlich Stricher bezahlen? Immerhin wurde Beck von Zivilfahndern ja in der Nähe des größten Männerstrichs von Berlin aufgegriffen“ (www.contra-magazin.com/2016/03/war-das-crystal-meth-volker-becks). Vom Faktum, dass Volker Beck mit Crystal Meth ertappt worden ist, bis zum Berliner schwulen Strich und zu minderjährigen Strichern (mit dem implizierten Vorwurf der Pädophilie) sowie dem im nächsten Absatz folgenden Hinweis auf Becks Beitrag zum Sammelband Der pädosexuelle Komplex benötigt Marco Meier nur wenige Zeilen. Der Leser/die Leserin weiß nun Bescheid über Volker Beck als einen Pädophilen, der minderjährige Stricher mit Drogen bezahlt!! Dieselbe Position wie Maier vertritt Stefan Schubert in dem Artikel Volker Beck kaufte Crystal meth in der Nähe des größten Männerstrichs unter KOPP Online. Informationen, die Ihnen die Augen öffnen, 3.3.2016.

 

 8  Ich begegne dem Argument, dass Analverkehr eklig sei, immer damit, dass er doch auch im heterosexuellen Verkehr verbreitet sei (z. B. früher, um Schwangerschaften zu vermeiden), dass der weibliche Anus und Darm nicht anders als der männliche funktionieren und dass derjenige, der Analverkehr im heterosexuellen Bereich leugnet, entweder keine Ahnung von Sexualität habe oder aber lüge. Wissen ist Macht auch in solchen Fragen.

 

 9  Treffend formuliert Elmar Kraushaar in der taz am 10.5.2010: „Die Wahrheit: Der homosexuelle Mann – Er kommt zurück auf den Teppich. Bescherte ihm noch die Lizenz zum Trauen die Illusion, es sei nicht mehr weithin mit vollständiger Akzeptanz und Gleichstellung, muss er jetzt in der andauernden Missbrauchsdebatte das Comeback eines altbewährten Vorurteils erleben: Alle homosexuellen Männer sind Kinderschänder. Subkutan wird die längst überholt geglaubte Botschaft in den aktuellen Skandalberichten ohne Hemmungen eingesetzt. Grundsätzlich einig sind sich in der Medienöffentlichkeit alle, dass Kleinkinder ebenso wie Pubertierende und 18-jährige Jungmänner unschuldige Kinder seien, jenseits von Körperlichkeit und Sexualität. Ohne jede notwendige Differenzierung sind sie alle Opfer. Diese grobe Verallgemeinerung fördert das alte Vorurteil…Egal wo man hinschaut – alle Homos sind Pädos und umgekehrt. Die Halunken sind damit dingfest gemacht, die nach Entlastung gierende Öffentlichkeit ist zufrieden. Denn eines wissen die, die mit dem Finger auf andere zeigen, genau: Die wirklichen Täter von sexualisierter Gewalt sitzen mitten unter ihnen, in ihren Familien“.

 

Vgl. z. B. den Song Wo sind sie jetzt? von Xavier Naidoo. Zu Naidoo vgl. https://de.wikipedia.org/wiki/Xavier_Naidoo?oldid=145794574...;

Katrin Kuntz: Gewaltverherrlichend, menschenverachtend, homophob. In: Süddeutsche Zeitung, 14.11.2012 (http://www.sueddeutsche.de/panorama/2.220/xavas-lied-ueber..;

Linkspartei: Strafanzeige gegen Xavier Naidoo. In: Queer.de, 13.11.2012. Das Forum verzeichnet zwischen dem 13. und 26.11.2012 insgesamt 161 Einträge – davon unklar bzw. Thema verfehlt: 15; interessant und lohnend: 15; 31 Kommentare stimmen Naidoo voll, 7 vorwiegend zu.

Frank Sawatzki und Bernd Peters: Das sind Xavier Naidoos größte Ausfälle. In: Berliner Zeitung, 20.11.2015; Steven Geyer: Heftige Kritik an Nominierung von Xavier Naidoo. In: Berliner Zeitung, 15.11.2015.

 

Vgl. weiterhin: Piusbrüder zu Missbrauch. In: Süddeutsche Zeitung, 22-24.5.2010.

Norbert Blech: Der Spiegel: Alice Schwarzer und die Pädo-Homos. In: Queer.de, 25.8.2013. Das Forum enthält vom 25.8. (21.13 Uhr) bis 28.8.2013 (09.34 Uhr) 197 Einträge.

Götz Aly: Zeitgeschichtliches zur Pädophilie I und II. Kolumne. In: Berliner Zeitung, 27.5. und 3.6.2013. Diese beiden Kolumnen sind in ihrer Undifferenziertheit, ihrer Polemik, in ihrem Hinweggehen über Forschungsergebnisse und in ihrer Tendenz, Homosexualität und Pädophilie in einen Topf zu werfen, erschreckend. Aly verzichtet überdies darauf zu definieren, was er unter Pädophilie versteht. So waren seit 1969 zwar gleichgeschlechtliche Handlungen unter volljährigen Männern straffrei – aber der sexuelle Verkehr eines Mannes über 21 Jahre mit einem Zwanzig- oder Achtzehnjährigem strafbar. Fälle von Pädophilie?

 

Vgl. weiterhin Damian Miller: Variationen über den „Dreisatz der Pädophilie“. In: Frankfurter Rundschau, 15.6.2016 (https://www.genois.de/stream/exportHtml/FR_fr_FRS_1C270234), S. 2, Absatz, beginnend „Im Jahre 1961…“) sowie Hans-Peter Heekerens. Rezension com 10.05.2016 zu:Jürgen Oehlkers: Pädagogik, Elite, Missbrauch. Die „Karriere“ des Gerold Becker. Beltz Juventa (Weinheim und Basel) 2016…In: socialnet Rezensionen…unter http://www.socialnet.de/rezensionen/20502.php, S. 6, Absatz, beginnend „Wenn man sich die Referenzstellen…“

 

Diese Gleichsetzung von Pädophilie und Homosexualität ist insbesondere auch in Kinder-/Jugendbüchern zu beobachten. In der Rezension einer Sendung des Deutschlandfunks habe ich am  3. November 2011 geschrieben: „Am 30. April 2011 stellte Sylvia Schwab in der Sendung Büchermarkt: Bücher für junge Leser des Kölner Deutschlandfunks fünf Jugendbücher zum Thema sexueller Missbrauch von Kindern vor. ´Kindesmissbrauch ist ein schweres Thema´, führte die Autorin aus und hat damit Recht. Genau so richtig aber ist, dass nicht jedes Buch, das zu dieser Problematik erscheint, seriös und empfehlenswert ist. Dies gilt sowohl für Jockels Schweigen von Adriana Stern als auch Nicholas Dane von Melvin Burgess. Beide Bücher pflegen Klischees. Vor allem setzen sie Pädophilie/Ephebophilie und männliche Homosexualität gleich.

Adriana Stern transportiert ein eigentümliches Bild der Polizei. Deren rechtzeitige Informierung hätte die von der Verfasserin angeprangerten verbrechen verhindert. Dass auch die Kölner Hilfsorganisation für missbrauchte Kinder (Pänz up) – folgt man dem Roman – ausgesprochen polizeikritisch, ja polizeifeindlich eingestellt ist, verwundert schon.

Die Machenschaften der Pädophilen ergeben sich in Sterns Jugendroman weniger aus der durchaus spannend gestalteten Handlung als aus dem leitartikelhaft vorgetragenen Informationsmaterial der Beratungsinstitution Pänz up.

Die Eltern der beiden Hauptpersonen sind in ihrer Reaktion auf die Vorgänge der Romanhandlung unerträglich musterhaft und damit für Jugendliche unglaubwürdig. Und was hat das Thema Migranten mit sexuellem Missbrauch zu tun? Sind Migranten prinzipiell gefährdeter, sind sie leichter Täter als Einheimische?

 

Sollte es stimmen, dass Jugendliche Gewaltdarstellungen lieben, dann werden sie Nicholas Dane verschlingen, denn dieser Jugendroman badet geradezu in Gewaltexzessen. Die Anstalt Meadow Hill wird in extremer Weise als primitive Monsteranstalt geschildert, dass sich der Leser fragt, ob sie nicht eher den Gewaltphantasien des Verfassers Melvin Burgess entsprungen ist als der Realität solcher Heime. Gleichzeitig verharmlost der Roman den Konsum von Drogen aller Art, hält die Todesstrafe für Pädo- und Ephebophile für richtig und nimmt Partei für Lynchjustiz.

In beiden Romanen fallen Kinder Pädophilen zum Opfer, wenn sie aus zerrütteten oder gestressten Familien oder aus solchen mit Migrationshintergrund kommen.

Verstörend, dass der Deutschlandfunk diese Romane mit ihrer Gleichsetzung von Pädophilie und Homosexualität, mit ihrer Darstellung von Gewaltexzessen sowie mit der unkritischen Sicht auf Drogen bei Melvin Burgess ausdrücklich empfiehlt“.

 

Ein weiteres Beispiel bietet der Roman Afgrundens rand (Gyldendal Forlag, København 2007) der beiden Verfasser Christian Dorph und Simon Pasternack (deutsche Ausgabe unter dem Titel: Der deutsche Freund, Suhrkamp Verlag Frankfurt am Main 2009, als suhrkamp taschenbuch – st – Nr. 4342 Frankfurt am Main 2012), in dem  Pädophilie und Homosexualität und dänische Kollaboration mit Wehrmacht und SS und prinzipielle Mordgesinnung  gleichgesetzt werden. Meine Rezension dieses Buches stellte die Frage, warum der Dicke Katalog der schwulen Buchläden für das Frühjahr und den Sommer 2012 einen Roman empfiehlt, der gleich drei homophobe Stereotype bzw. Narrative enthält. 1. dasjenige des schwulen Nazis…, 2. das Stereotyp des schwulen Pädophilen oder pädophilen Schwulen, 3. das Klischee des Schwulen als unsicheren Kantonisten: weil Schwule erpressbar sind, neigen sie zum Verrat.

Für deutsche Leser, die mit der dänischen Geschichte und den dänischen Verhältnissen nicht vertraut sind, ist dieser Kriminalroman nicht ohne weiteres zu verstehen. Im Fokus des Buches stehen u. a.  der „nachgeholte Widerstand“ gegen die deutsche Besatzungsmacht, die nicht unproblematische Abrechnung mit der Kollaboration mit den Deutschen während der Besatzungszeit (retsopgøret efter besættelsen), das Kolonialmacht- bzw. Kolonialherrengehabe gegenüber Grönland und den Inuit, das angespannte Verhältnis zur islamischen Welt und nicht zuletzt die Problematik der massiven Schwulenverfolgung in Dänemark nach dem 2. Weltkrieg, insbesondere durch den leitenden Polizeibeamten und Chef der Sittlichkeitspolizei der 1950er- und 1960er- Jahre Jens Jersild (1903-1978), „den danske konge af homofobi“, der einer schwulenfeindlichen Epoche den Stempel aufdrückte. Von Jersild stammen die Bücher Den mandlig Prostitution (Die männliche Prostitution), Barnet og det homoseksuelle problem (Das Kind und das Problem der Homosexualität), De pædofile (Die Pädophilen). Vgl. http://www.gravsted.dk/person.php?navn=jensjersild; Mads Amanda Lodahl: Den danske konge af homofobi (Der dänische König der Homophobie), 5. 9.2010 unter: http://spip.modkraft.dk/sektion/queerkraft/article/den-danke konge-af-homofobi.

 

10  Vgl. Martin Jenssen: Rentner vergeht sich an Jungen. 70-jähriger Billstedter muss ins Gefängnis. In: Hamburger Wochenblatt, 13. April 2016.

Vgl. Wojciech Szacki: Robert Winnicki – lider Wszechpolákow, 20.11.2012 (http://www.polityka.pl.tygodnikpolityka/kraj/15322783,1,robert-winnicki...

Vgl. auch die Nachricht: „Und der Parlamentarier Bartosz Kownacki von der nationalkonservativen Partei PIS…nannte den Regenbogen eine ´Werbung für die Pädophilie´“ (Ulrich Krökel: Die nationale Bewegung in Polen formiert sich – antisemitisch und antieuropäisch, 12.5.2014, unter http://www.bpb.de/politik/extremismus/rechtsextremismus/184137/d).

 

11  Altersangaben/Altersgrenzen im 13. Abschnitt des StGB:

14 Jahre: §§ 176, 176a

16 Jahre: §§ 174 (1), 1; (2),1; 180 (1)

18 Jahre: §§ 174 (1), 2; (1), 3; 174 (2),2

                    180 (2); 180 (3)

                    180 a (2), 1

                    182 (1); 182 (2)

                    184

21 Jahre: § 182 (3).

 

Die Altersgrenzen des Reichsstrafgesetzbuches, das am 1.1.1872 in Kraft trat, hatte drei Altersgrenzen: 12 Jahre (begrenzte Strafmündigkeit - § 55), 18 Jahre (vollständige Strafmündigkeit - § 56) und 14 Jahre als Schutzaltergrenze im Bereich der Sexualgesetzgebung. Und so konstatiert der Münchner Jugendstaatsanwalt Rupprecht, dass es „in den Jahren 1909 und 1910 in keinem Fall, in dem Jugendlicher und Erwachsener gleichzeitig wegen eines Vergehens nach § 175 RStGB zur Aburteilung vor Gericht standen, zu einer Verurteilung“ kam (vgl. Strichjungen. Eine Großstadtstudie. In: Monatsschrift für Kriminalpsychologie und Strafrechtsreform 8 (1911/12) S. 221-227. In: Homunkulus: Zwischen den Geschlechtern – Roman einer geächteten Leidenschaft. Bibliothek rosa Winkel. Hamburg 2012, S. 203.

 

12  Vgl. hierzu: Junge (8) entführt und missbraucht. In: Hamburger Morgenpost, 10.9.2009; Max Hägler: Missbrauch im Judoclub. In: Süddeutsche Zeitung, 7.1.2010. Dirigent Pletnjow soll Kinder missbraucht haben. In: FAZ, 8.7.2010; Festnahme in Pattaya. Russischer Musiker soll in Thailand Jungen vergewaltigt haben. In: Süddeutsche Zeitung, 8.7.2010; Barbara Kerbel: Kindesmissbrauch: Pädophile machen ihre Wohnungen zu Jugendclubs. In: Der Tagesspiegel, 30. 11. 2010 (http://www.tagesspiegel.de/berlin/paedophile-machen-ihre-wohnung...). Hierin heißt es: „Beratungsstellen warnen vor einer neuen Täterstrategie…“; Hannes Heine, Christoph Spangenberg: Helios-Klinikum: Pfleger soll mehrere Kinder missbraucht haben. In: Der Tagesspiegel online, 21.12.2010 (http://www.tagesspiegel.de/berlin/polizei-justiz/pfleger-soll...); Verdächtiger im Mordfall Dennis: Martin N. betreute offenbar Pflegekinder. In: Spiegel online, 16.4.2011 (http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518); Anwohner schockiert über Serienmord: Dennis’ Mörder hatte Pflegekinder. In: Der Tagesspiegel, 16.4.2011 (http://www.tagesspiegel.de/weltspiegel/dennis-moerder-hatte...);

 André Zand-Vakili, Edgar S. Hasse: Gefasst nach 20 Jahren. 40-Jähriger gesteht drei Morde und sexuellen Missbrauch von 40 Kindern. In: Die Welt, 16.4.2011; Pädophiles Netzwerk in Berlin. Kinder aus Haiti über „Hilfswerk“ nach Deutschland gebracht. In: Die Welt, 16.4.2011; Kinderhandel: Haftbefehl für drei Berliner. Staatsanwaltschaft wirft den Männern Menschenhandel und sexuelle Ausbeutung vor. In: Die Welt,, 16.4.2011; Vater des ermordeten Dennis R.: Ich will dem Schwein in die Augen schauen. In: Hamburger Morgenpost, 17.4.2011 (http://www.mopo.de/news/panorama/ich-will-dem-Schwein-in-die...); Pädophilenszene: Dennis’ Mörder hatte sich Kind in Berlin bestellt. In: Der Tagesspiegel online, 19.4.2011 (http://www.tagesspiegel.de/berlin/polizeijustiz-dennis-moerder...); Zum Gruppensex verleitet. 44-Jähriger steht wegen Missbrauchs von Kindern vor Gericht. In: Süddeutsche Zeitung, 16.10.2013; Lutz Schnedelbach: Wurde Mohammed Opfer von Kinderprostitution? In: Berliner Zeitung, 13.10. 2015; Getöteter Flüchtlingsjunge: Silvio S. filmte Missbrauch von Mohammed. In: Der Tagesspiegel, 6.11.2015; Prozess in Augsburg: Das widerliche Doppelleben des Kinderarztes Harry S. In: Die Welt, 23.11.2015. Vgl. weiterhin den Fall des Psychiaters Dr. Marco A. In: Bild online, 12.3.2016 unter http://www.bild.de/news/inland/sexueller-missbrauch/sexual-gutacht...; und des britischen BBC-Starmoderators Jimmy Savile: 1. Eva Lapido: Tausend Kinder vergewaltigt – und alle sahen weg. In: Die Welt online vom 25.2.2016 unter http://welt.de/vermischtes/article152661643/Tausend-kinder...; 2. Jens-Peter Marquardt: BBC-Untersuchung: Mitarbeiter wussten von Missbrauch durch Starmoderator. DLF, 25.2.2016 unter http://www.deutscjlandfunk.de/bbc-untersuchung-mitarbeiter. Vgl. weiterhin: Zehnjähriger in Wiener Hallenbad vergewaltigt. Mutmaßlicher Täter beruft sich aufsexuellen Notstand“. In: Spiegel online, 7.2.2016 unter http://www.spiegel.de/panorama/justiz/vergewaltigung-in-wiener-hallenbad; Stefan Kuzmany: Die Fälle Lisa und Lageso: Viel Aufregung, wenig Fakten. DLF, 30.1.2016 unter http://www.deutschlandfunk.de/die -faelle-lisa-und-lageso-viel-aufregung; zum Fall Jan Rouven: 1. Sturz eines Zauberers. In: SZ, 5.4.2016; 2. Deckname: Lars. In: Welt kompakt, 5.4.2016 sowie außerdem Axel Mölkner-Kappl: Pfaffenhofer Stadtpfarrer suspendiert: Verdacht des sexuellen Missbrauchs. In BR 24 Oberbayern, 26.5.2016, unter http://www.br.de/nachrichten/oberbayern/inhalt/pfaffenhofer-pfarrer und zum Fall Michael Brückner (CSU): Sex mit einer Minderjährigen (Die Welt Kompakt, 9.6.2016), Der Fall Michael Brückner schockt die CSU (SZ, 9.6.2016) sowie Missbrauchsvorwurf: Staatsanwaltschaft ermittelt gegen ehemaligen CSU-Landtagsabgeordneten (8.6.2016 unter www.spiegel.de/politik/deutschland/nuernberg-csu-landtagsabgeordneter).

 

13  Vgl. hierzu z. B. Andreas Lampl: Auslaufmodell Kirche unter http://www.trend.at/article/1012/580/265294/andreas-lampl-auslauf...; (Lampl verwechselt weitgehend körperliche Züchtigung mit sexuellem Missbrauch).

Vgl. vor allem auch den Fall des Bischofs Mixa von Augsburg, bei dem es vor allem um körperliche Züchtigung und andere Vorwürfe ging, die mit sexueller Gewalt nichts zu tun haben: Carsten Volkery: Beschuldigungen gegen Bischof Mixa: Enfant Terrible der katholischen Kirche. In: Spiegel online, 31.3.2010 (http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,druck-686749,00.html; es geht in diesem Text um körperliche Gewalt und um problematische Äußerungen Mixas); Adalbert Melchior: So wird die Berichterstattung über Bischof Mixa manipuliert. 21.4.2010 (http://www.kreuz-net/print-article.11040.html); Bischof Mixa: Vorermittlung wegen angeblicher Homo-Schändung, 7.5.2010 (http://www.kreuz.net/print-article.11130html); Fall Mixa: Augsburger Diözese „zutiefst belastet und gespalten“. In: Focus online, 8.5.2010 (http://www.focus.de/panorama/welt/fall-mixa...; Vorwurf gegen Mixa, als Bischof einen Jungen missbraucht zu haben); Katholische Kirche erleichtert über Mixas Ablösung. In: Zeit online, 9.5.2010 (http://www.zeit.de/newsticker/2010/5/9/iptc-bdt-20100508-550-24...);  Matthias Drobinski: Papst-Akte belastet Mixa: Die sexuellen Avancen des Bischofs. In: Süddeutsche Zeitung online, 20.6.2010 (http://www.sueddeutsche.de/bayern/2.220/geheime-papst-akte-belastet - in dem Text geht es um körperliche Gewalt gegen Heimkinder ohne sexuelle Komponente, um Übergriffe auf junge Priester, aber nicht um Pädophilie); Geheime Papst-Akte belastet Ex-Bischof Mixa schwer. Yahoo-Nachrichten, 21.6.2010 (http://de.news,yahoo.com/2/20100621/r_t_a/p_ts_other/tts-geheime...); Anwalt von Ex-Bischof [Mixa] zweifelt belastenden Bericht an. In: Focus online (http://www.focus.de/panorama/vermischtes/mixa...; die Vorwürfe sexueller Übergriffe auf junge Priester haben nichts mit Pädophilie zu tun.).

Vgl. weiterhin Rechtsanwalt Weber über Vorgänge bei den Regensburger Domspatzen laut Nachrichten im DLF am 8.1.2016 um 12.30 und 18.00 Uhr sowie im Info-Radio rbb um 21,15 Uhr. Vgl. dazu: Mehr Missbrauchsfälle bei den Domspatzen als bisher bekannt. In: Süddeutsche Zeitung online, 7.1.2016 (http://www.sueddeutsche.de/bayern/2.220/regensburg-mehr ...); Weber: Georg Ratzinger wusste von den Misshandlungsfällen bei den Domspatzen. In: Donaukurier online, 8.1.2016 (http://www.donaukurier.de/nachrichten/bayern/Deutschland-Religio...); Aufklärungsbericht: Wesentlich mehr Missbrauchsfälle bei Regensburger Domspatzen. In: Spiegel online, 8.1.2016 (http://www.spiegelde/panorama/justiz/regensburger-domspatzen-we...); Thomas Muggenthaler: Ton der Angst. DLF, 3.2.2016 unter http://www.deutschlandfunk.de/missbrauch-ton-der-angst.886.de.htm.

 

14  Vgl. u. a. Claudia Keller: Canisius-Kolleg: Warum Missbrauch in der Kirche?. In: Der Tagesspiegel online, 31.1.2010 (http://www.tagesspiegel.de/weltspiegel/Kirche-Missbrauch-Canisius...); Benjamin Greschner: Sexuallehre weit entfernt vom realen Alltag – Jesuit Mertes greift Kirche scharf an, 31.1.2010 (http://www.kathnews.de/content/index.php/2010/01/31/%E2%80%); Jesuiten-Skandal-Kritik an der Kirche. In Frankfurter Rundschau online, 3.2.2010 (http://www.fr-online.de/_em_cms/_globals/print.php?em_ssc); Ansgar Hocke: Canisius-Kolleg: Viele Priester hätten nie Lehrer werden dürfen. In: Der Tagesspiegel online, 3.2.2010 (http://www.tagesspiegel.de/berlin/Canisius-Kolleg;art270,3019468...); Interview von Joachim Frank mit Pater Mennekes über den Missbrauch: Trauen Sie keinem Pfarrer!. In: Frankfurter Rundschau online, 4.2.2010 (http://www.fr-online.de/_em_cms/globals/print.php?em_ssc=MS...); Jan Feddersen: Der katholische Eisberg. In: taz online, 4.2.2010 (http://www.taz.de/1/leben/alltag/artikel/1/der-katholische-eisberg/...);Gustav Seibt: Und führe uns nicht in Versuchung. In: SZ online, 4.2.2010 unter http://www.sueddeutsche.de/kultur/901/502139/text/print.html;  Canisius-Kolleg: Klagen haben keine Chance. In: Welt Kompakt, 5.2.2010:; Missbrauchskandal: Katholische Sexualmoral in Kritik. In: Mainpost, 5.2.2010 (http://www.mainpost.de/nachrichten/politik/zeitgeschehen/Missbrauch...); Oliver Bilger führt das Interview: Wer hätte mir denn geglaubt? - „Ein ehemaliger Schüler des Bad Godesberger Aloisiuskollegs über den Missbrauch durch einen Pater und das große Schweigen danach“. In: Süddeutsche Zeitung, 5.2.2010; Antje Schmelcher: Gespräch mit Klaus Mertes: Missbrauch an Jesuitenschulen: Die Kirche hat nicht zugehört. In: FAZ online, 6.2.2010 (http://www.faz.net/s/RubC4DEC11C008142959199A=4AGFD8EC...); Alois Knoller, Daniel Wirsching: Interview mit Bischof Mixa: Sexuelle Revolution mitschuldig an Missbrauch. In: Augsburger Allgemeine online, 16.2.2010 (http://www.augsburger-allgemeine.de/Home/Artikel,-Mixa-Sexuell...); Martin Reichert: Tarnkappe des Zölibats. In: Siegessäule, März 2010, S. 14f; Positive Beurteilung des Aloisius-Kollegs in Bonn- Bad-Godesberg durch den 17jährigen Philipp von Boeselager: Wie der Großvater. In: FAZ, 9.3.2010; Papst schweigt zu Missbrauchsskandalen. Vatikan behandelt 300 Anzeigen. In: Welt Kompakt, 15.3.2010; Andrea Bachstein: Entschlossene Zurückhaltung. In: Süddeutsche Zeitung, 15.3.2010. („Nach Darstellung des Vatikans ist es noch viel zu früh für eine Stellungnahme des Papstes“.); Vatikan weist Kritik an Papst Benedikt zurück. Künast will Kirche mit finanziellen Sanktionen drohen. In: FAZ, 15.3.2010; Missbrauchsskandal-Aufklärer Ackermann prangert Vertuschung in katholischer Kirche an. In: Spiegel online, 16.3.2010 (http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/0,1518,druck-683990...); Julia Jüttner: Pädophiler Peter H: Er predigte Wasser und trank Wein. In: Spiegel online, 17.3.2010 (http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/0,1518...); 61 Missbrauchsfälle am Canisius-Kolleg. In: Die Welt, 20.3.2010; Martin Alioth: An die Kinder dachte niemand. Der Papst schickt einen Hirtenbrief an Irlands Katholiken. – Dort zeigt ein Bericht, dass Bischöfe Missbrauch jahrzehntelang vertuschten. In: Die Welt, 20.3.2010; Erzbischof Zollitsch soll Fall von Missbrauch vertuscht haben. In: Die Welt, 20.3.2010; Matthias Drobinski: Von Anfang an gewarnt. Schon im Jahr 1980 stufte ein Psychiater den pädophilen Pfarrer H. als gefährlich ein. In: Süddeutsche Zeitung, 20./21.3.2010; Matthias Drobinski: Der weltfremde Papst. In: Süddeutsche Zeitung, 22.3.2010; Falsches Pfingsten: Das päpstliche Schreiben zum Missbrauch. In: FAZ, 22.3.2010; Spurensuche in der Erinnerung. Manuela Groll ist Anwältin für Missbrauchsopfer und vertritt 15 Ex-Schüler des katholischen Canisius-Kollegs. In: Der Tagesspiegel, 22.3.2010; Schande und Reue. Auszüge aus Benedikts Hirtenbrief an die Iren. In: Süddeutsche Zeitung, 22.3.2010; Bischof [Gerhard Müller, Regensburg] wirft Medien Kampagne vor. In: Süddeutsche Zeitung, Michael Frank: Pornofilme, Alkohol und Drogen für die Zöglinge – Österreichs Kirche steckt in ihrer größten Krise – immer mehr Fälle von sexuellem Missbrauch wurden bekannt. In: Süddeutsche Zeitung, 22.3.2010; Bernd Dörries: Zollitsch: Missbrauch wurde verschleiert. In: Süddeutsche Zeitung, 22.3.2010; Matthias Drobinski: Papst kritisiert Fehler der irischen Kirche. In: Süddeutsche Zeitung, 22.3.2010; Benedikt XVI. wirft irischen Bischöfen Versagen vor. In: FAZ, 22.3.2010; Daniel Deckers: Der Hirtenbrief an die Iren enthält Fingerzeig auf Schwächen der Kirche in aller Welt. In: FAZ, 22.3.2010; Matthias Heine: Die katholische Kirche braucht eine neue Inquisition. Scheiterhaufen will keiner. Aber nur eine effiziente Reinigung von gotteslästerlichen Pädophilen kann den Katholizismus retten. In: Die Welt, 24.3.2010; Tobias Heinz: Großangriff auf die katholische Schule – wird Missbrauch instrumentalisiert? 25.3.2010 (http://www.zentrums-wiki.de/node/25); Katholiken fordern [wegen Missbrauchsfällen] Rücktritt des Papstes. In: Die Welt, 27.3.2010; Cathrin Kahlweit: Scham und Schweigen. Missbrauchsopfer wurde lange nicht geglaubt, weil ihre Nöte Mut und Solidarität erfordert hatten. In: Süddeutsche Zeitung, 27.3.2010; Matthias Drobinski: Mea culpa. Unfassbar: Die Kirche befindet sich wegen eigener Vergehen in der Krise – aber einige Bischöfe machen die moderne Gesellschaft verantwortlich. In: Süddeutsche Zeitung, 27./28.3.2010; Fabienne Riklin: Sex ist für die Kirche etwas „Grausiges“, 30.3.2010 (http://www.20min.ch/news/dossier/missbrauch/story/-Kirche...); Bischöfe arbeiten Gewaltfälle auf. Bundesweite Hotline für Missbrauchsopfer. In: Süddeutsche Zeitung, 30.3.2010; Weihbischof Jaschke: Wir sind dabei zu lernen. In: hinnerk, April 2010; Jens Glüsing: Schläge vor der Kathedrale. In: Spiegel online, 5.4.2010 (http://www.speigel.de/panorama/gesellschaft/0,1518...); Vertuschung von Missbrauchstaten – Lieber ins Gefängnis gehen als Priester anzeigen. In: Spiegel online, 16.4.2010 (http://spiegel.de/panorama/0,15-18,druck-689447,00.html...); Jan Feddersen: Ihr könnt uns mal. In: taz online, 12.5.2010 (http://www.taz.de/1/leben/schwerpunkt-kirchentag/artikelseite/1/ihr-...); Ex-Ministerin Fischer wirkt bei Aufklärung der Missbrauchsfälle mit. In: Der Tagesspiegel, 22.5.2010; Piusbrüder zu Missbrauch. In: Süddeutsche Zeitung, 22.-24.5.2010; Barbara Hans: Missbrauchsnotruf-Betreuerin: Gedächtnis der gequälten Seelen. In: Spiegel online, 15.7.2010 (http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,deuck-70610); Matthias Drobinski, M. Maier-Albang: Untersuchungsbericht: Kirche vertuschte Missbrauch systematisch. In: Süddeutsche Zeitung online, 3.12.2010 (http://www.sueddeutsche.de/muenchen/.../vermischtes/2.220/...); Klaus Beier und Klaus Mertes: Gespräch über Missbrauch: Was hinderte die Kirche, den Opfern zuzuhören? In: Der Tagesspiegel online, 31.1.2011 (http://www.tagesspiegel.de/berlin/was-hinderte-die-kirche...); Pfarrer gesteht hundertfachen Missbrauch. NDR.de Regional, 12.1.2012 (http://www.ndr.de/regional/niedersachsen/harz/missbrauch619.html); Götz Aly: Zeitgeschichtliches zur Pädophilie I und II. In: Berliner Zeitung, 27.5. und 3.6.2013; Sven Felix Kellerhoff: Die katholische Kirche ein „Sexualsumpf“?  In: Die Welt online, 8.6.2013 (http://www.welt.de/geschichte/article116887321/Die-katholische-Kirche...; „im Streit über die Pädophilie-Vorwürfe gegen die Grünen schlägt der Publizist Götz Aly jetzt zurück. Allerdings macht er sich dabei 75 Jahre alte Argumente von Joseph Goebbels zu Eigen“.); Jens Rosbach: Pädophile Priester – ganz normal? Streit um neue Studie über Missbrauch in der katholischen Kirche. In: Deutschlandfunk (DLF), 17.8.2013 (http://www.dradio.de/kultur/sendungen/religionen/2218561); Rom entließ wegen Missbrauchs 384 Priester in zwei Jahren. In: Hamburger Abendblatt, 20.1.2014; Gerührter Quark – Kritik am Bericht zur Aufarbeitung des Missbrauchs in der Kirche. In: Süddeutsche Zeitung, 7.2.2014; Früherer Bischof Janssen soll Jungen missbraucht haben.  T-online, dpa-Meldung, 6.11.2015 (http://www.merkur.de/welt/frueherer-hildesheimer-bischof-soll-jungen...); Claudia van Laak: Ein wichtiges Mittel gegen das Vertuschen. DLF, 26.1.2016 unter http://www.deutschlandfunk.de/kindesmissbrauch-ein-wichtiges-mittel; Zwischen Versöhnung und Vertuschung. Norbert Denef und Klaus Mertens im Gespräch mit Christiane Florin. DLF, 14.3.2016. Axel Mölkner-Kappl: Pfaffenhofer Stadtpfarrer suspendiert: Verdacht des sexuellen Missbrauchs. In: BR 24 Oberbayern, 26.5.2016, unter http://www.br.de/nachrichten/oberbayern/inhalt/pfaffenhofer-pfarrer...

 

Zur Aufarbeitung der Missbrauchsfälle vgl. den Zwischenbericht: MGH: Sexueller Missbrauch an Minderjährigen durch katholische Priester, Diakone und männliche Ordensangehörige im Bereich der Deutschen Bischofskonferenz (MGH-Studie). Forschungsprojekt; vorgelegt Ende Junu2016, und hierzu Annette Langer: Kirchliche Missbrauchsstudie: Priester, 39, psychisch labil, sucht Zwölfhährigen. In: Spiegel online unter http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/katholische-kirche-zwischenbericht

 

Vgl. hierzu aber auch den Blog Missbrauchsfälle außerhalb der katholischen Kirche, 13.3.2010 (http://fragen-und-gedanken.blogspot.com/2010/03/missbrauchsfalle) , worin auf das Faktum hingewiesen wird, dass sexueller Missbrauch durchaus nicht nur in der katholischen Kirche vorkommt – dass diese Tatsache aber in den Medien auf wenig Interesse stoße bzw. bewusst verschwiegen werde. Eine vom Blogger Stefan „in wenigen Minuten zusammengestellte Liste“ umfasst 13 Positionen (Schulen, Sportvereine). „Dass es mir möglich war, diese Liste in 10 Minuten zu erstellen, zeigt auch die Dimensionen des Missbrauchs und auch das Versagen der Presse bei diesem Thema“.

 

15  Zu den Missbrauchsfällen an katholischen Gymnasien (z. B. am Canisius-Kolleg in Berlin oder dem Aloisius-Kolleg in Bad Godesberg) vgl. Anm. 14.

 

Zu den Vorgängen an der Odenwaldschule vgl. Odenwaldschule: Pädagogen teilten „sexuelle Dienstleister“ fürs Wochenende ein. In: Spiegel online, 6.3.2010 (http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/0,1518...); Jürgen Kaube: Dein Lehrer liebt dich. In: FAZ, 9.3.2010; Lorenz Marold: Das kleine Böse im großen Guten. Feldzug gegen Kirche und Reformpädagogen? Was Aufklärung von Kampagnen unterscheidet. In: Der Tagesspiegel, 26.3.2010; Eckhard Fuhr: Fragen der Moral. In: Die Welt, 27.3.2010; Birger Menke: Ein Nest von Pädophilen. In: Spiegel online, 17.12.2010 (http://www.spiegelt.de/schulspiegel/wissen/0,1518); Bericht vorgelegt: 132 Schüler an Odenwaldschule missbraucht. In: Der Tagesspiegel online, 17.12.2010 (http://www.tagesspiegel.de/weltspiegel/132-schueler-an-odenwaldschule...); Missbrauch an der Odenwaldschule: Zahl der Opfer steigt auf 132. In: Spiegel online, 17.12.2010 (http://www.spiegel.de/schulspiegel/wissen/0,1518, druck-735258,00…); Die Lösung für die Odenwaldschule ist die Unterdrückung der Kirche, 10.2.2011 (http://www.kreuz.net/print-article.12688html); Eva Berendsen: Die Opfer schweigen nicht. Über den Kindesmissbrauch an der Odenwaldschule. In: Der Tagesspiegel, 24.5.2011; Thomas Gehringer: Im Schweige-Gefängnis. Eine Doku über Missbrauch an der Odenwaldschule. In: Der Tagesspiegel, 24.5.2011; Jörg Schindler: Verschämtes Bekenntnis: Tilman Jens stellt sein Buch über die Odenwaldschule vor, in deren Trägerverein er sitzt. Unbefangen ist es nicht. In: Berliner Zeitung, 24.5.2011; Leiterin der Odenwaldschule zieht sich zurück. Kaufmann soll nun die Aufarbeitung der Missbrauchsfälle koordinieren. In: FAZ, 10.6.2011; Tanjev Schultz: Brückenbau mit Hindernissen. Betroffene kritisieren die neue Stiftung der Odenwaldschule für die Opfer sexuellen Missbrauchs. In: Süddeutsche Zeitung, 22.7.2011; Schülerin der Odenwaldschule eingeschüchtert (als sie sich über Grenzverletzungen beschwerte). In: FAZ Allgemeine Sonntagszeitung, 18.5.2014; Christian Füller: Die Odenwaldschule vor dem Totalumbau. In: FAZ Allgemeine Sonntagszeitung, 18.5.2014. Vgl. auch Dörte Hinrichsen: Sexueller Missbrauch: Den Betroffenen zuhören. DLF, 19.5.2016 unter http://www.deutschlandfunk.de/sexueller-missbrauch-den

Vgl. im Zusammenhang mit dem Erscheinen des Buches Noch immer Mein Leben – Erinnerungen und Kommentare aus den Jahren 2005 bis 2015 von Hartmut von Hentig (Verlag wamiki, Berlin 2016): 1. Bernhard Pörksen: Nach dem Schweigen. In: Zeit Online vom 5. Mai 2016 (unter: http://www.zeit.de/2016/18/reformpaedagogik-missbrauch-hartmut-von-hentig); die Rezension ist ein Verriss und erscheint in einer Zeitung, die Hartmut von Hentig jahrzehntelang Platz zur Publikation seiner Ideen eingeräumt hatte; 2. Hans-Peter Heekerens. Rezension vom 10.5.2016 zu: Jürgen Oelkers: Pädagogik, Elite, Missbrauch. Die „Karriere“ des Gerold Becker. Beltz Juventa (Weinheim und Basel) 2016; in: socialnet Rezensionen unter http://www.socialnet.de/rezensionen/20502.php; Johannes von Dohnanyi (für den Vorstand von Glasbrechen e.V.): Was wollen Sie uns sagen, Herr von Hentig?  11.5.2016 unter: http://glasbrechen.de/2016/05/hentig-buch-glasbrechen; Damian Miller: Variationen über den „Dreisatz der Pädophilie“; in: Frankfurter Rundschau vom 15.6.2016 unter https://www.genios.de/stream/exportHtml/FR_fr_FRS_1C270234; - der Text ist ebenfalls ein Verriss des rezensierten Buches; Pitt von Bebenburg: Opfer empört über Hentig-Autobiographie, in: Frankfurter Rundschau vom 18.5.2016  unter: http://www.fr-online.de/wissenschaft/odenwaldschule-opfer-empoert; Lutz van Dijk: Warum es so leicht ist, Hartmut von Hentig zu verurteilen. Eine Rezension aus Südafrika, 21. Mai 2016. Internetausdruck; van DijksText ist eine wohltuend sachliche Auseinandersetzung mit von Hentig, der für Damian Miller, Jürgen Oelkers, Bernhard Pörksen, Hans-Peter Heekerens, Die Zeit und die Frankfurter Rundschau und viele andere zu einer Art Unperson oder Monster geworden ist, nachdem man ihn jahrzehntelang unkritisch bewundert hatte.

 

Vgl. zu diesem Komplex auch die Auseinandersetzungen um Gustav Wyneken und die Freie Schulgemeinde Wickersdorf:. Siehe dazu: Gottfried Lorenz: Die Wyneken-Affäre 1920-1922 unter Berücksichtigung der Hamburger Unterstützerszene für Gustav Wyneken (1875-1964). In:  Gottfried Lorenz: Töv, di schiet ik an. Münster 2013. S. 35-382.

 

16  Vgl. Kristian Meyer: Lackmustest auf dem Hohen Meißner. Bei der 100-Jahrfeier des freideutschen Jugendtages will die Bewegung ihre Vergangenheit aufarbeiten. In: Süddeutsche Zeitung, 4. 10. 2013.

Vgl. hierzu auch die Wyneken-Affäre (s. o. Anm.15)

 

17  Vgl. Pädophile wollten gezielt Kinderschutzbund unterwandern. In: Spiegel online, 8.9.2013 (http://www.spiegel.de/politik/deutschland/paedophile-wollten...).

 

18  Vgl. Bernd Ulrich, Daniel Cohn-Bendit, Kerstin Kolenberg: Sexualität und Moral. Sind die Missbrauchsfälle Einzeltaten der Vergangenheit? Oder sind sie Spiegel einer Gesellschaft, die jeden Maßstab verloren hat? In: Die Zeit. Dossier, 11.3.2010.

 

19  Vgl. Thomas Fischer: Bitte entschuldigen Sie, Herr Edathy. Zeit online, 6.3.2014 (http://www.zeit.de/2014/10/staatsanwaltschaft-fall-edathy...); Joachim Frank: Edathy macht es sich zu leicht. In: Berliner Zeitung, 18.3.2014; Jan Fleischhauer: Gewalt der Redlichen. In: Spiegel online, 20.3.2014 (http://www.spiegel.de/politik/deutschland/fleischhauer-kolumne-zu...); Edathy soll kinderpornographisches Material abgerufen haben. In: Spiegel online, 2.5.2014 (http://www.spiegel.de/politik/deutschland/edathy-soll...); Wolfgang Janisch: Durchsuchung ohne echten Grund. Sebastian Edathy wehrt sich juristisch gegen Ermittlungen in seinen Büro- und Privaträumen. In: Süddeutsche Zeitung, 21.5.2014.

Heribert Prantl: So lebt Sebastian Edathy im Exil. In: SZ-Magazin, 26.5.2016; Edathy gibt Interview im Exil: „Kein sexuelles Interesse an Minderjährigen“. In: Spiegel online, 26.5.2016 unter http://www.spiegel.de/politik/deutschland/sebastian-edathyaeussert...; Heribert Prantl: Edathy: „Ich bin eindeutig nicht pädophil“, SZ online, 27.5.2016 unter http://www.sueddeutsche.de/politik/2.220/ex-spd-politiker-sebastian...

 

Zu Drafi Deutscher vgl. den einschlägigen Wikipediaartikel (1967 Verurteilung wegen Erregung öffentlichen Ärgernisses. Deutscher hatte in betrunkenem Zustand vom Balkon uriniert und war dabei von Schulkindern beobachtet worden.)

Zu den Vorwürfen gegen Udo Dönsdorf im Zusammenhang mit dem Fall des Eiskunstläufers Sascha Rabe vgl. z. B. Eiskunstlauf: eine aufgewühlte Szene. In: Der Tagesspiegel, 18.6.2009; Thomas Sulzer: Eiskunstläufer Sascha Rabe packt aus. In: BILD, 16.7.2009 (http://www.bild.de/sport/wintersport/ein-funktionaer-belaestigte...); Sexuelle Belästigung: Eiskunstläufer Sascha Rabe scheitert vor Gericht. In: Spiegel online, 14.1.2011 (http://www.spiegel.de/panorama/leute/sexuelle-belaestigung-eiskunst...); Jörg Winterfeldt: Aufklärung nach Rabes Suizidversuch gefordert. In: Die Welt online, 8.7.2009 (http://www.welt.de/sport/article4083106/Aufklaerung-nach-Rabes...); Rabes Schadensersatzforderungen. In: Tagblatt de., 13.1.2011 unter http://www.tagblatt.de/Nachrichten/Fall-Doensdorf-Landgericht.

 

Zum Fall Roman Polanski vgl. Alice Schwarzer: „Ganz der Alte“. In: EMMA, 1.3.2009 (http://www.emma.de/artikel/roman-polanski-ganz-der-alte-263901 - mit dem Nachweis einer Reihe weiterer einschlägiger Artikel). Auf der anderen Seite verweigerte die sonst so auf Moral bedachte polnische Regierung bisher die Auslieferung Polanskis an die USA (vgl. aber: Roman Polanskis unendliche Flucht. 31.5.2016 unter:: http://www.tagesspiegel.de/politik/polen-will regisseur-nun-doch...

 

20  Vgl. Anm. 27, 36.

 

21  Vgl. Peter Helmes zu Felix Rexhausen, 21.5.2015 unter https://conservo.wordpress.com/2015/05/21/rexhausen-padosex...; Norbert Blech: Köln – Rexhausen-Platz wird nun doch eingeweiht – trotz einer dagegen gerichteten Kampagne von David Berger. In: Queer.de, 11.9.2015; Die Wahrheit: Der homosexuelle Mann…Der Bund Lesbischer und Schwuler Journalisten vergibt einen Medienpreis, der benannt ist nach Felix Rexhausen. Pädophil, pädophil, schreit es jetzt im BLSJ. In: taz online, 10.2.2014 (http://www.taz.de/Die Wahrheit/!132712...); Robert Niedermeier: Köln/Felix Rexhausen Platz - Des Doktors Doppelmoral. Erneut ist ein  Rufmordversuch des Hobby-Bloggers Dr. David Berger gescheitert. Fakt ist: Köln ehrt Felix Rexhausen. Was bleibt: Dr. David Berger agiert bigott und von Rache getrieben als Denunziant. Stimmungsmache statt Journalismus ist sein Credo.  6.5.2015. Unter: http://reiserobby.de/der-felix-rexhausen-platz-in-koeln-wie-bigott-ist...); Detlef Grumbach: Weder fragwürdig noch pädophil. Bemerkungen zu Felix Rexhausen: Berührungen. Eine Zeitreise durch die 1960er Jahre Unter: http://www.detlef-grumbach.de/Texte/MYA2014_Namen-Dok3.pdf.

 

22  Vgl. z. B. Spiegel online, 8.11.2015: USA – Mehr als hundert Schüler in Sexting-Skandal in Kleinstadt verwickelt. Quelle: New York Times. Sexting: Hin- und Herschicken von Nacktfotos per Smartphone. In dem Artikel heißt es: „Die meisten der beteiligten Schüler sind…selbst noch minderjährig und haben…Nacktfotos von sich selbst verbreitet“. Zu diesem Beitrag gab es am 8.11.2015 im Forum 72 Beiträge, am nächsten Tag bis um 13.22 Uhr weitere 27 (http://www.spiegel.de/schulspiegel/usa-mehr-als-hundert-schueler...).

 

23  Vgl. z. B.  den Stralsund-Krimi Es ist nie vorbei, gesendet am 31.10.2015 (ARD). Darin geht es um den Missbrauch zweier Mädchen durch ihre Väter und deren Skatbrüder. Vgl. weiterhin: Westend in der Reihe SOKO 5113 (ZDF), gesendet am 9.11.2015 (ein pensionierter Polizeibeamter neigt zu Übergriffen auf kleine Mädchen).

In der ARD-Mediathek abrufbar ist der Fernsehfilm Mord in Eberswalde aus dem Jahr 2013. Der für die DDR-Reihe Polizeiruf 110 im Jahre 1974 zum selben Thema gedrehte Film Im Alter von… war verboten, ist nach der Wende rekonstruiert und 2011 im Fernsehen gezeigt worden und stand am 25.5.2016 in der Mediathek der ARD zur Verfügung.. In diesem Film geht es um den mehrfachen Jungenmörder Hans Erwin Hagedorn, dessen Verhaftung nach langwierigen Ermittlungen und Hinrichtung. Vgl.  https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Polizeiruf_110:_Im_Alter...; https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Mord_in_Eberswalde; https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Erwin_Hagedorn.

 Vgl. weiterhin den Fernsehkrimi Ausgekocht der Reihe SOKO 5113, gesendet am 7.9.2015; Und vergib uns unsere Schuld der Reihe Polizeiruf 110 (ARD), gesendet am 18.1.2016 (dazu die Kritik von Ulrich Feld: „Furios“ unter http://www.fnp.de/nachrichten/tv/Und-vergib-uns-unsere-Schuld... .

Vgl. weiterhin Operation Zucker: Jagdgesellschaft, gesendet am 19.1.2016 (ARD),

und hierzu Elmar Krekeler: Kaum auszuhalten – Mit dem Thriller ´Operation Zucker´´ endet eine besonders erschreckende TV-Themenwoche. Ein Erlebnisbericht. In: Welt Kompakt, 19.1.2016; Operation Zucker unter http://daserste.de/unterhaltung/film/filmmittwoch-im-ersten...); DJ Frederiksson: Noch einmal in die Magengrube. In: Frankfurter Rundschau, 20.1.2016 (http://www.fr-online.de/tv-kritik/operation-zucker--jagdgesellschaft-). Vgl. dazu: Felix Simon: Sexuelle Gewalt ist das Grundrisiko einer Kindheit. In: Die Welt online, 21.1.2016 unter http://www.welt.de/vermischtes/article151268931/Sexuelle-Gewalt.

Am 28.12.2015 brachte der Deutschlandfunk den „Mitternachtskrimi“ Blindband (nach dem Roman A Closed book von Gilbert Adair aus dem Jahr 1999). Darin geht es um die Rache eines Mannes, der mit 11 Jahren von seinem Lehrer, einem später berühmten Schriftsteller, oral vergewaltigt worden war. Nachdem der Schriftsteller bei einem Unfall nicht nur sein Augenlicht, sondern auch seine Augen verloren hatte, suchte er für seine schriftstellerische Arbeit einen Sekretär. Für diesen Job meldete sich der einst von dem Schriftsteller vergewaltigte Mann. Sekretär. Sein Ziel war, den Vergewaltiger auf möglichst grausame Weise zu töten. Er erreichte sein Ziel – doch tauchen nach dem Tod des Schriftstellers präzis geführte Tagebücher (wenn auch in sehr krakeliger Schrift) über die letzten Wochen seines Lebens auf…

Vgl. weiterhin den am 23.1.2016 im DLF gesendeten „Mitternachtksrimi“ Die Affäre Leopold Loeb von Rolf Schneider. Produziert worden ist dieses Hörspiel von RBB/MDR im Jahre 2004. Es handelt sich um denselben Stoff, den Levin Meyer in dem Roman Compulsion (1956, deutsch unter dem Titel Zwang, 1958) verwendete.

Zu dem ZDF-Krimi Frischfleisch vgl. den Beginn des Vortrags; zum Kriminalfilm Im toten Winkel (ZDF) vgl. Anm. 24.

Vgl. weiterhin: Aus Mangel an Beweisen, Film von 2012, erneut ausgestrahlt 1.2.2016 (ZDF): Der Film enthält Lynchszenen gegen einen Pädophilen. Neben der Spur-Adrenalin, Film von 2014, erneut ausgestrahlt 7.2.2016 (ZDF): Eine Person wird grundlos des sexuellen Missbrauchs verdächtigt. Tödliche Fürsorge, Film von 2015, ausgestrahlt 19.2.2016: Ein Jugendamt-Mitarbeiter veranlasst Schutzbefohlene und minderjährige, sich zu  prostituieren, ist deren Zuhälter, finanziert damit seine Drogensucht. Lockvogel (Kommissar Beck – die neuen Fälle 1/8), Film von 1997, erneut ausgestrahlt 12.3.2016 (ARD): Minderjährige Straßenkids werden von dem Manager einer Spielhalle zur Prostitution veranlasst, um seine Spielsucht zu finanzieren. Ausgekocht (SOKO 5113), Film von 2012, erneut ausgestrahlt am 7.9.3015 (ZDF): Betr. sexuellen Missbrauch und  sexuelle Gewalt. Mörderkind (Polizeiruf 110), Film von 1999, erneut ausgestrahlt am 3.3.2016 (ARD): Betr. u. a. einvernehmliche sexuelle Handlungen zwischen einem Erwachsenen und einer Fünfzehnjährigen; Gewalt unter Kindern und Jugendlichen.

Vgl. weiterhin den Fernsehfilm Tod im Atelier der Reihe Polizeiruf 110 aus dem Jahr 2009, wieder ausgestrahlt am 27.4.2016 (betr. den sexuellen Missbrauch eines jungen Mädchens durch ihren Vater) sowie den Krimi Kopf in der Schlinge der Reihe Polizeiruf 110 aus dem Jahr 2003, erneut ausgestrahlt am 30.10.2013 und 6.6.2016 (betr. u. a. die Ermordung eines Jungen durch einen pädophilen jungen Mann), vgl. http://www.daserste.de/unterhaltung/krimi/polizeiruf-110/2... sowie den Wikipediaartikel Polizeiruf 110: Kopf in der Schlinge.

Vgl. weiterhin den Kriminalfilm Der Kreuzworträtselfall aus dem Jahr 1988 (erneut gesendet am 21.6.2016) betr. den sexuellen Missbrauch und die Ermordung eines Siebenjährigen durch einen jungen Mann (vgl. dazu die beiden Wikipediaartikel Polizeiruf 110: Der Kreuzworträtselfall bzw. Kreuzworträtselmord sowie Katrin Löwe: Kreuzworträtselfall:  Mörder starb 32 Jahre nach Verschwinden des Opfers, Mitteldeutsche Zeitung, 12.2.2013 unter  http://www.mz-web.de/mitteldeutschland/kreuzwortraetselfall und H. Kascha/K. Colemenares: Ich war die Geliebte des Kreuzrätselmörders, Bild-Zeitung Leipzig, 27.1.2013 unter http://www.bild.de/regional/leipzig/kriminalfaelle/ich-bin-die-geliebte. Vgl. hierzu die Fortsetzung unter dem Titel SOKO Leipzig: Das Monster aus dem Jahre 2012, ausgestrahlt vom ZDF am 4.1.2013 (http://www.quotenmeter.de/cms/print.php?id=61240).

 

Vgl. auch  den Film Colonia Dignidad – Es gibt kein Zurück, Filmstart 18.2.2016, gedreht 2015: Betr. den Gründer der gleichnamigen chilenischen Kolonie Paul Schäfer (1921-2010, 2006 Verurteilung). Vgl. dazu Wolfgang Kaes: Der Teufel aus Troisdorf ab morgen im Kino. In: Generalanzeiger Bonn, 17.2.2016 unter http://www.general-anzeiger-bonn.de/news/kultur-und-medien; den Wikipediaartikel Colonia Dignidad – Es gibt kein Zurück; Wolfgang Kaes im Gespräch mit Christiane Florin: „Paul Schäfer war ein Teufel“. In: DLF, 18.2.2016 unter http://www.deutschlandfunk.de/colonia-dignidad-paul-schaefer-war.

Vgl. weiterhin Spotlight, Film von 2015, in Deutschland angelaufen 25.2.2016: Betr. den sexuellen Missbrauch in der katholischen Kirche in Boston. Vgl. dazu den Wikipediaartikel Spotlight sowie Andreas Borcholte: Journalismus-Film Spotlight. Die Unbestechlichen. In:  Spiegel online, 25.2.2016 unter http://www.spiegel.de/kultur/kino/spotlight-von-tom-mccarthy-die-unbestechlichen.

Eine ähnliche Thematik hat der mexikanische Film Unbedingter Gehorsam, in dem es um sexuelle Übergriffe in einem Seminar für Priesternachwuchs geht und der auf  Vorgängen beruht, die der katholische Priester Marcial Maciel Degollado (1920-2008) in der von ihm gegründeten Kongregation der Legionäre Christi zu verantworten hatte. Die Filmfigur des Angel de la Cruz entspricht in vielem Marcial Maciel – nicht nur in seiner Übergriffigkeit auf Jungen, sondern auch, was Drogenkonsum, sadistische Züge und sein sexuelles Verhältnis zu Frauen anbelangt.

 

Erwähnt werden soll überdies die Schauspiel-Oper Bis zum Tod des schwedischen Theatermachers Markus Öhrn . Darin geht es u. a. darum, dass sich ein dreizehnjähriger Junge in „einen schwulen pädophilen Bibliothekar“ verliebt (vgl. Schuss, Schuss, Schluss in Der Tagesspiegel vom 21.9.2014 unter http://www.tagesspiegel.de/kultur/premiere-an-der-berliner volksbuehne.... Vgl. weiterhin Volksbühne Berlin: Bis zum Tod, worin es heißt: „Ein 13-jähriger  Junge verstrickt sich im Kampf um die eigene Identität und die Befreiung seines Denkens in einem düsteren Sog aus Phantasien“ (unter http://www.volksbuehne-berlin.de/praxis/bis_zum_tod/). Vgl. überdies: Institutet: Bis zum Tod (unter http://www.institutet.eu/productions/nis-zum-tod); hierin heißt es: „En satanisk black-metal opera om familjens undergång om familjens undergång. En gäst närmar sig det hemsökta huset och den 13-årige sonen väljer mörktet“.

 

Vgl. auch das Stück Five Easy Pieces von Milo Rau zum Leben von Marc Dutroux und hierzu

Hannah Lühmann: Wenn Kinder vom Kinderschänder berichten. In: Die Welt online vom 4. 7. 2016 unter http://www.welt.de/kultur/theater/article156777575/Wenn-Kinder (eine geradezu euphorische Rezension); Eberhard Spreng im Gespräch mit Britta Bürger: Kinder erzählen Geschichte eines Kindermörders. DLR-Kultur-Fazit, 14.5.2016 unter http://www.deutschlandradiokultur.de/milo-raus-five-easy-pieces (positive Rezension);

Oliver Kranz: Entlang der Biografie von Marc Dutroux. SWR 4.7.2016 unter: http://www.swr2/kultur-info/deutschlandpremiere-in-berlin (positive Rezension); negative Rezension unter https://daskulturblog.com/2016/07/02/fiv-easy-pieces-milo-raus.

 

 

24  Vgl. Mitteldeutsche Zeitung vom 1. Januar 2016. Vgl. weiterhin Pressemitteilung des ZDF: Kommissar Stubbe ermittelt Im toten Winkel“. Drehstart zur 35. Folge des ZDF-Samstagkrimis mit Wolfgang Stumph, 27.5.2008 (http://www.presseportal.de/print/1198684-print.html). In diesem Film wird ein vorbestrafter junger Mann fälschlicherweise beschuldigt, die kleine Tochter seiner Partnerin sexuell missbraucht zu haben. Eine entsprechende Aussage des Kindes beruht auf Suggestivfragen und Voreingenommenheit der zuständigen Sachbearbeiterin des Jugendamtes. Tatsächlich ist es körperliche Gewalt durch die Mutter, die zu der Verstörtheit des Kindes geführt hatte.

 

25  Felix Mitterer: Die Beichte. Innsbruck, Wien 2004, 4. Auflage 2014. Vgl. hierzu: Helmuth Schönauer, Rezension vom 22.7.2004. Hierin heißt es: „Geradezu wundersam aktuell ist Felix Mitterers Beichte, welche gleichsam parallel zu den perversen Vorgängen im Priesterseminar St. Pölten als Theaterstück realisiert worden ist“. - Allerdings haben die genannten St. Pöltener Vorgänge nichts mit Pädophilie zu tun, sondern mit homosexuellen Handlungen des Priesternachwuchses. - Ausschlaggebend für Mitterer, der in Irland lebte, war die 1999 im irischen Fernsehen ausgestrahlte „dreiteilige Dokumentarfilmserie mit dem Titel ´States of Fear´…Die Dokumentation berichtet über die Zustände in irischen Waisen-, Erziehungs- und Schülerheimen in den letzten vierzig Jahren, wobei alle Heime von kirchlichen Männer- und Frauenorden geführt, aber vom Staat finanziert wurden…“ (Mitterer S. 5).

Vgl. weiterhin die Rezension von Sylvia Tschörner aus dem Jahr 2004 unter http://www.uibk.ac.at/brenner-archiv/literatur/tirol/rez_03/schoerner...); vgl. überdies den Wikipediartikel Sexueller Missbrauch in der römischen Kirche. Dort heißt es auf S. 21: „Im Jahr 2003/2004 führte das dramatische Hör- und Kammerspiel Die Beichte von Felix Mitterer kurzzeitig zu Diskussionen über den sexuellen Missbrauch von Kindern in Obhut der Kirche“ (https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Sexueller_Missbrauch).

Zur Berliner Aufführung im Berliner Kriminal Theater vgl. die Rezension Es geschah im Kloster. In: Berliner Zeitung, 4.2.2006.

 

26  Vgl. u. a. Pädophilie- Dämonisiert und verharmlost. In: FAZ.online, 19.3.2010 (http://www.faz.net/s/RubC4DEC11C008122959199A04A6FDEC...); „Pädophile haben leichtes Spiel“. In: Stuttgarter Nachrichten, 31.3.2010; Volkmar Sigusch: Alte Verbote produzieren alte Gewalt. In: Der Tagesspiegel online, 19.4.2010 (http://tagesspiegel.de/kultur/alte-verbote-produzieren...); Sexuelle Gewalt ist das Grundrisiko einer Kindheit. In: Die Welt online, 21.1.2016 (http://www.welt.de/vermischtes/article151268931/Sexuelle-Gewalt...); Pädophilie-Studie: Fast jeder 20. Mann hat pädophile Tendenzen. In: Berliner Zeitung, 18.9.2015 (http://www.berliner-zeitung.de/panorama/paedophilie-studie-fast-jeder... Im Text heißt es dann allerdings: „´weniger als ein Mann unter 1000 erfüllt jedoch die diagnostischen Kriterien der Pädophilie´, betonte am Freitag die Projektleiterin Janina Neutze“.

 

Vgl. weiterhin Dirk Bange und Ursula Enders: Auch Indianer kennen Schmerz. Sexuelle Gewalt gegen Jungen:. 3. Auflage Köln 2000, insbesondere S. 41, 58,61, 68-78, 115, 117f., 157, 161-163, 183-186, 191, 194-198,206f.

Jos van den Brooek: Verschwiegene Not: Sexueller Missbrauch an Jungen. Zürich 1993, insbesondere S. 11f., 15, 17-20, 23-38, 147-164, 168-175.

Ron van Outsem: (s. Anm. 3), insbesondere S. 11, 13f., 16-43.

Ernest Borneman: Das Geschlechtsleben des Kindes. Beiträge zur Kinderanalyse und Sexualpädagogik. München 1988, insbesondere S. --11, 28, 33, 189, 195, 198-200. „Gewalt, Drohung oder Erpressung ist in solchen Fällen [sexuelle Beziehungen zwischen Kindern und Erwachsenen]…eher die Ausnahme als die Regel. Auch geht die Initiative bei derartigen Beziehungen häufiger vom Kind als vom Erwachsenen aus …Ich vermag deshalb den heute so populären Horror-Stories von den gravierenden und unvermeidlichen Spätfolgen einer sexuellen Beziehung zwischen einem Kind und einem Erwachsenen ebenso wenig Glaubwürdigkeit abzugewinnen wie dem ähnlichen Mythos von den rückenmarkschädigenden Folgen der Masturbation“ (S. 9-11).

Vgl. auch [Joachim Schönert]: Sexueller Missbrauch an Jungen und Pädophilie/Päderastie, 1995 (http://www.rosalueste.de/sexmissb,htm...).

 

27  Vgl. Marco Carini: Anatomie einer fehlgeleiteten Debatte. In: taz-Nord, 31.12.2013/1.1.2014; Florian Mildenberger: Grüne, ´Linke´ und die Pädophilie nach 1985 – ein Ausblick. In: Beispiel: Peter Schult. Pädophilie im öffentlichen Diskurs. Bibliothek rosa Winkel Bd. 40. Hamburg 2006, S. 160-176, insbesondere S. 168f.

 

Dr. Frank Karl Tenbrink: Carechild übt scharfe Kritik an Leutheusser-Schnarrenberger (= Übernahme eines Artikels aus www.kath.net),  20.3.2000. (http://www.myheimat.de/peine/gedanken/carechild-uebt...).

Ursula Enders: Der Verrat am Kind. Porträt des Pädophilen. In: Dirk Bange/Ursula Enders: Auch Indianer kennen Schmerz. 3. Auflage, Köln 2000, S. 183-220, betr. u. a. die „pädophilenfreundlichen Wissenschaftler“ (S. 183) Edward Brongersma, Helmut Kentler, Katharina Rutschky, Prof. Dr. Reinhart Wolff, Frits Bernard und Rüdiger Lautmann.

 

28  Ron van Outsem (s. Anm. 3) teilt verschiedene Untersuchungen mit, wonach fast 50% der Täter/Täterinnen zwischen 14 und 17 bzw. 36% zwischen 12 und 16 Jahren alt waren. Auch Jüngere zwischen 3 und 8 Jahren seien für sexuelle Übergriffe verantwortlich gewesen. Vgl. Auch Bange/Enders (s. Anm. 26) S. 75.

Vgl. u. a. zur positiven Beurteilung einer Verführung durch Ältere Planet Romeo-Profil Nr. 27965056, Chat vom 4.3.2016.

Vgl. Erwin Berner: Erinnerungen an Schulzenhof. Aufbau Verlag Berlin 2016, S. 85-87.

 

29  Vgl. Bange/Enders (s. Anm. 26) S. 70f.; van den Broek (s. Anm. 26) S. 26f., 153-160; van Outsem (s. Anm.26) S. 157-163.

 

30     Vgl. Dörte Hinrichsen: Sexueller Missbrauch. Den Betroffenen zuhören, DLF 19.5.2016 unter http://www.deutschlandfunk.de/sexueller -missbrauch-den-betroffenen...

Vgl. van den Broek (s. Anm. 26) S. 153-155.

 

31  Vgl. van den Broek (s. Anm. 26) S. 161.

 

32  Vgl. zu den stark divergierenden Untersuchungsergebnissen Bange/Enders (s. Anm. 26) S. 76, van Outsem (s. Anm. 3) S. 38f., van den Broek (s. Anm. 26) S. 36f., 40. Bei van den Broek  S. 11f. heißt es: „Frauen sind ebenfalls Täter, und Jungen und Männer sind gleichermaßen Opfer sexuellen Machtmissbrauchs“; S. 35: „Weibliche Täter gibt es…Es kann sich dabei um die Mutter handeln, die Stiefmutter, Schwester, Großmutter, Tante, Kusine, Lehrerin oder Babysitterin“.

Vgl. auch Bange/Enders S. 77, van den Broek S. 17-19, van Outsem S. 25f.

 

33  Vgl. Sechs Jahre alt und immer noch Stillkind. In: nw, t-online.de, 10.12.2010; Gabriele Möller: Langstillzeiten – warum Mütter sich dafür entscheiden (es geht in dem Artikel u. a. um das Stillen von Achtjährigen (http://www.urbia.de/magazin/baby/stillen-und-ernaehrung/langzeitsti...); Beitrag einer Frau vom 4.7.2007, die ihre 10  und 8 Jahre alte Kinder (Junge bzw. Mädchen) noch stillt (http://forum.gofeminin.de/forum/bebeestla/_f7351_bebeestla-Stille); Meine kleine Schwester 14 Jahre wird gestillt, Beitrag vom 27.5.2008 (http://www.9monate.de/community/thread/Stillen-Langzeitstillen..).

 

 34  Vgl. zu diesem Komplex die Wikipediaartikel Montessori-Prozess, Wormser Prozesse, Missbrauchvorwürfe an der McMartin-Vorschule (1987-1990), Pascal-Prozess.

 

Mit Freisprüchen endete im Jahr 2007 auch der Saarbrücker Pascal-Prozess; die Revision der Saarbrücker Staatsanwaltschaft wurde 2009 durch den Bundesgerichtshof (BGH) zurückgewiesen. Scharfe Urteilsschelte gegen das Saarbrücker Urteil erhob seinerzeit der derzeitige Bundesjustizminister H. Maas.

 

Vgl. kritisch zu der Leichtfertigkeit vieler Anschuldigungen auf sexueller Grundlage und den dadurch ausgelösten Prozessen: Max Steller: Nichts als die Wahrheit? Warum jeder unschuldig verurteilt werden kann. 2. Auflage. München 2015. S. 144-146 zum Montessori-Prozess in Münster 1992-1995, S. 146-153 zu den Wormser Prozessen 1994-1997, S. 168-176 zum Fall Pascal und den Pascal-Prozess, S. 174 betr. die Urteilsschelte von H. Maas.

 

Vgl. zu Max Stellers Buch: Anja Reich: Jeder kann unschuldig verurteilt werden. In: Frankfurter Rundschau, 5.11.2015 (hierin u. a. breite Ausführungen zu dem „Wormser Missbrauchsverdacht“); Prof. Dr. Henning Ernst Müller: Aussagepsychologe Max Steller warnt vor Fehlurteilen: Wahrheit, Wahn und Willkür. In: LTO-Legal Tribune Online, 6.2.2016.

 

35  Zum Verhältnis der dritten Schwulenbewegung zum Thema Pädophilie vgl. Ann-Katrin Müller: Zeitgeschichte: Die Allianz. In den achtziger Jahren nutzten Pädophile die Schwulenbewegung für ihre Zwecke. Bis heute gibt es keine Aufarbeitung der Vergangenheit. In: Der Spiegel, 35/2013, S. 59f; Manfred Bruns und Günter Dworek: LSVD-Blog: Klare Abgrenzung von Anfang an unter http://www.lsvd-blog.de/?p=6149; Sidney Gennies: Die Schwulenbewegung und der Paragraph 175. In: Der Tagesspiegel online, 17.5.2013 unter http://www.tagesspiegel.de/politik/paedophilie-debatte-bei-den-gruenen.

 

36  Vgl. Kevin Clarke: Die „große Verschwulung“ Deutschlands? Bertelsmann-Verlage kündigen Verträge mit Hassautor Akif Pirinçci nach KZ-Rede. In Männer, 10/2015 (http://m-maenner.de/2015/10/die-grosse-verschwulung-deutschlands...; Die 16 dümmsten und widerlichsten Zitate aus „Die große Verschwulung“. In: Queer.de, 21.10.2015.

Vgl. weiterhin Frank Lübberding:  Kulturkampf gegen die „Homo-Lobby“? In: FAZ online, 15.2.2014 (http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien/faz.net-fruehkritik/tv...); Stefan Niggemeier: Das Ende der Toleranz. In: FAZ online, 15.2.2014 (http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/sexualitaet-und-gesellschaft...).

 

37  Vgl. zu diesem Themenkreis: Florian Mildenberger: Grüne, „Linke“ und die Pädophilie nach 1985. In: Beispiel: Peter Schult. Pädophilie im öffentlichen Diskurs. Hamburg 2006.

 

In der Einladung der Hamburger Buchhandlung Männerschwarm zu Florian Mildenbergers Vortrag Schwule, Pädophilie und die Öffentlichkeit am 5.6.207 heißt es: „Seit die Protagonisten der so genannten ´Schwulenbewegung´ sich entschieden haben, anstelle einer Veränderung der Gesellschaft die Integration in die bestehenden Verhältnisse anzustreben, hat sich innerhalb der…´gay community´ viel verändert. In einer nach Konformität strebenden sexuellen Minderheit haben die bis Mitte der 1980er z. T. an wichtigen Aktionen beteiligten schwulen Pädophilen keinen Platz mehr. In der Schwulenszene dominiert ein jugend-verherrlichendes Schönheitsideal, aber die eigentlichen Jungenliebhaber gelten als mordende Monster. Da wissen sich die schwulen Meinungsmacher einig mit der Frauenbewegung und den Massenmedien. Doch es gab eine Zeit, da war die Entkriminalisierung der Jugendsexualität (ab 12/14 Jahre) eine zentrale Forderung der Schwulenbewegung…“.

 

Vgl. weiterhin: LÜGEN-Medium & Geschichtsverfälscher: Report Main (ARD) hetzt gegen den verstorbenen Olaf Stüben (Buchautor) & Peter Schnaubelt (FKK-Medienvertrieb) bei Pädophilie-Aufarbeitung der früheren AL Berlin, 4.6.2015 (http://k13-online.krumme13.org/news.php?s...); Medienskandal: Berliner Morgenpost + Tagesspiegel + Berliner Zeitung schänden Gedenken des verstorbenen Sexualwissenschaftlers Prof. Dr. Helmut Kentler. 2.6.2015 (Nachweis: s. o.); Drei Interviews/Artikel zur Pädophilie-Debatte-Aufarbeitung bei Bündnis 90/Die GRÜNEN in Berlin: Hans Christian Ströbele + Renate Künast + Thomas Birk. Das politische Motto der drei Politiker/In von Bündnis 90/Die GRÜNEN lautet im heutigen anti-pädophilen Zeitgeist: Rette sich wer kann und was schert mich mein Geschwätz von früher. 26.5.2015.(Nachweis s. o.).

Volker Beck: Reformistischer Aufbruch und Abschied von einer „radikalen“ Forderung – Plädoyer für eine realistische Neuorientierung der Sexual- (Strafrechts-) Politik im Hinblick auf eine Entkriminalisierung der Pädosexualität. In: Angelo Leopardi (= Joachim S. Hohmann): Der pädosexuelle Komplex. Verlag Foerster, Offenbach 1988. S. 255-268.

Vgl. weiterhin: Kuscheln mit den Indianern. In: taz online, 224.2010 (http://www.taz.de/!5143954/...); Philip Eppelsheim: Dietrich Willier: „Kinder gehörten zu meinem Leben“. Dietrich Willier missbrauchte an der Odenwaldschule Kinder. Später war er ein Gründer der Berliner Tageszeitung „taz“. Dort galt Pädophilie damals als „Verbrechen ohne Opfer“. In: FAZ online, 23.1.2011 (http://faz.net/aktuell/politik/inland/dietrich-willier-Kinder...); Der Fall Didi: Ein Pädosexueller in der taz, 19.2.2011 (https://paedophil.wordpress/category/padosexualitat...); Äußerungen zur Sexualität mit Kindern. Voßkuhle sagt Festrede für Cohn-Bendit ab. In: Spiegel online, 14.3.2013 (http://www.spiegel.de/politik/deutschland...); Missbrauchdebatte bei den Grünen: Claudia Roth unterstützt Pädophilie-Aufarbeitung. In: Spiegel online, 1.5.2013 (http://222.spiegel.de/politik/deutschland/missbrauchdebatte-roth...); Grüne hatten offenbar ein großes Herz für Pädophile. In: Die Welt online, 12.5.2013 (http://www.welt.de/politik/deutschland/article116085372/Gruene-hatten...); Jakob Augstein: Im Zweifel links. - Überall Päderasten. In: Spiegel online, 13.5.2013 (http://www.spiegel.de/politik/deutschland/jakob-augstein-ueber-den...); Hans Monath, Antje Sirleschtov, Elisa Simantke: Pädophilie-Debatte: Wie die Grünen ihre Altlasten aufarbeiten. In: Der Tagesspiegel online, 18.5.2013 (http://www.tagesspiegel.de/politik/paedophilie-debatte-wie-die ); Missbrauchsdebatte bei Grünen: Parteienforscher Walter soll Pädophilie-Vorwürfe aufklären. In: Spiegel online, 24.5.2013; Missbrauchsdebatte bei Grünen: Pädophilen-Aktivist war verurteilter Straftäter. In: Spiegel online, 26.5.2013 (http://www.spiegel.de/politik/deutschland/gruener-paedophilen...); Pädophilie- Vorwürfe gegen Grüne reißen nicht ab. In: Junge Freiheit, 27.5.2013 (http://www.jungefreiheit.de/?id=154...); Pädophilie-Aufarbeitung: Grüne lassen sich Forschungsprojekt 209.000 Euro Kosten. In: Spiegel online, 28.6.2013 (http://www.spiegel.de/politik/deutschland/gruene-lassen-sich...); Freia Peters: Pädophilie: Der alltägliche Missbrauch in einer grünen Kommune. In: Die Welt online, 21.7.2013 (http://www.welt.de/politik/deutschland/article118234356/Der-alltaegliche...); Claudia Kade, Matthias Kamann, Laura Réthy: Skandal bei Grünen: Die spielten mit Kindern, da wurde mir mulmig. In: Die Welt online, 28.7.2013 (http://www.welt.de/politik/deutschland/article118442857/Die-spielten...); Cordula Eubel: Parteigeschichte: Grüne ließen Pädophile lange gewähren. In: Der Tagesspiegel online, 12.8.2013 (http://www.tagesspiegel.de/politik/parteigeschichte-gruene-lassen...); Irrige Positionen: Grüne Spitzenkandidaten loben Pädophiliestudie. In: FAZ online, 12.8.2013 (http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/irrige-positionen-gruene...; Edgar S. Hasse: Das dunkle Erbe der Grünen. Hamburger Theatermacher Corny Littmann gerät in der Aufarbeitung der Pädophilievorwürfe in den Fokus. In: Hamburger Abendblatt, 14.8.2013; Fabian Leber: Pädophilen- Debatte: Verhinderte die taz einen kritischen Artikel zu den Grünen? In: Der Tagesspiegel online, 19.8.2013 (http://www.tagesspiegel.de/meinung/paedophilie-debatte-verhinderte...); Kritischer Artikel von Christian Füller über „Grüne und Pädophilie“ wird in TAZ nicht veröffentlicht. 20.8.2013 (http://www.medrum.de/print/12201; Pädophilie- und Missbrauchsdebatte geht auch ohne Unterstützung der TAZ-Chefredakteurin und grüner Spitzenpolitiker weiter – Erzbischof Zollitsch klärt „besser“ und „gründlicher“ auf als der „grüne Bischof Trittin“; Zensur bei „taz“ als Wahlkampfhilfe für Grüne? In: Die Welt online, 21.8.2013 (http://www.welt.de/kultur/medien/article119180030/Zensur-bei-taz...); Pädophilen- Skandal: Grüne stellen Hilfe für Missbrauchopfer in Aussicht. In: Die Welt online, 5.9.2013 (http://www.welt.de/politik/deutschland/article119723165/Gruene...); Claus Christian Malzahn: Grüne – Der pädophile Irrsinn der frühen Jahre: Der Politikwissenschaftler Franz Walter erforscht den Einfluss pädophiler Gruppen auf die Grünen und kommt teils zu haarsträubenden Ergebnissen. Der Skandal erreicht auch FDP und Kinderschutzbund. In: Die Welt online, 8.9.2013 (http://www.welt.de/politik/deutschland/article119802652/Der-paedophile...); Götz Aly: Die abgespeckten Grünen. In: Berliner Zeitung online, 9.9.2013 (http://www.berliner-zeitung.de/meinung/kolumne-die-abgespeckten...); Basil Wegener: Absturz in Umfragen beunruhigt Grüne: Nur noch neun Prozent? Landespolitiker fordern, die Partei müsse klarmachen, dass es nicht darum geht, die Menschen zu quälen. In: Hamburger Abendblatt, 12.9.2013; Christian Füller: Befreites Menschenmaterial. Aufarbeitung: Die  Grünen wollten die sexuelle Revolution. Jetzt sollten sie sich um die Opfer kümmern. In: FAZ Sonntagszeitung, 15.9.2013 (http://www.faz.net/taz-gruene...; Füllers Artikel war Mitte August 2013 von der taz abgelehnt worden. Seine These: Pädophilie war in der Ideologie der Grünen angelegt.

Vgl. weiterhin Florian Gathmann: Pädophilie-Debatte: Trittin kämpft um seinen Ruf. In: Spiegel online, 16.9.2013 (http://www.spiegel.de/politik/deutschland/gruenen-spitzenkandidat...); Die fatale Schweigespirale: Unter dem Deckmantel der sexuellen Befreiung wurden bei den Grünen pädosexuelle Inhalte transportiert. Heute will sich kaum jemand äußern. In: taz online, 16.9.2013 (http://www.taz.de/Paedophilie-Affaere-und-die-Gruenen-/123786/...);  Jürgen Trittin zum taz-Artikel von Prof. Franz Walter (vom 16.9.2013). In: taz online, 16.9.2013 (http://www.gruene.de/partei/juergen-trittin-zum-taz-artikel-von-prof...); Grünen-Spitzenkandidat: Forscher bringt Trittin mit Pädophilie-Programm in Verbindung. In: Spiegel online, 16.9.2013 (http://www.spiegel.de/politik/deutschland/forscher-bringt-trittin...); Jürgen Trittins Fehler. In: taz online, 16.9.2013 (http://www.taz.de/Gruenen-Politiker-und-Paedophilie-Affaere/!12...); Grüne und Pädophile: Abkehr von der falschen Liberalität. In: taz online, 17.9.2013 (http://www.taz.de/Gruene-und-Paedophilie/!123925/...); Briefappell: Union erhöht in Pädophilie-Affäre Druck auf grüne Spitze. In: Spiegel online, 17.9.2013 (http://www.spiegel.de/politik/deutschland/paedophilie-affaere-union...); Pädophilie-Debatte: Göring-Eckardt erhebt Vorwürfe gegen Union. In: Spiegel online, 17.9.2013 (http://www.spiegel.de/politik/deutschland/goering-eckardt-antwortet...); Sebastian Kempkes: Pädophilie-Debatte: Trittin drückt sich beim Heimspiel. In: Spiegel online, 17.9.2013 (http://www.spiegel.de/politik/deutschland/paedophilie-debatte-trittin...); Thomas Schmid: Ihr angeborener Hochmut schadet den Grünen. In: Die Welt online, 18.9.2013 (http://www.welt.de/debatte/kommentare/article120121101/ihr-angeborener...); Jan Fleischhauer: Pädophilen-Debatte: Gerechtigkeit für Jürgen Trittin. In: Spiegel online, 19.9.2013 (http://www.wpiegel.de/politik/deutschland/jan-fleischhauer-zur...); Alice Schwarzer: Die Grünen und die Pädophilie. In: EMMA. September/Oktober 2013 (http://www.aliceschwarzer.de/artikel/die-gruenen-und-die-paedophilie...); Alice Schwarzer: Sexuelle Gewalt-Pädophilie im linksliberalen Milieu. In: Cicero online, 9.9.2013 (http://www.cicero.de/salon/paedophilie-im-linken-milieu/55694?); Steffen Hebestreit: Pädophilie-Vorwürfe gegen Trittin – Ekelhafte Heuchelei. In: Berliner Zeitung online, 17.9.2013 (http://www.berliner-zeitung.de/politik/paedophilie-vorwuerfe-gegen...); Thorsten Knuf: Grüne Pädophilie-Debatte: Volker Beck durch Archivfund unter Druck. In: Berliner Zeitung, 19.9.2013; Ann-Katrin Müller: Volker Beck täuschte Öffentlichkeit über Pädophilie-Text. In: Spiegel online, 20.9.2013 (http://www.spiegel.de/politik/deutschland/paedophilie-debatte-volker...Es geht hier um den am Anfang dieser Anmerkung erwähnten Text Reformistischer Aufbruch und Abschied von einer „radikalen“ Forderung – Plädoyer für eine realistische Neuorientierung der Sexual- (Strafrechts-) Politik im Hinblick auf eine Entkriminalisierung der Pädosexualität); Pädophilie-Debatte: Grüne wollen Anlaufstelle für Missbrauchopfer einrichten. In: Spiegel online, 28.9.2013 (http://www.spiegel.de/politik/deutschland/gruene-wollen...); Vergangenheit schockiert Grüne. 1987 fordert Arbeitskreis der Partei Straffreiheit für Pädophile, Geschäftsführer besaß Kinderpornos. In: Hamburger Abendblatt, 13.11.2013; Kinder der sexuellen Revolution. Als der Fortschritt seine Unschuld verlor. taz-Dossier, 5.12.2013, S. 2-15; Anatomie einer fehlgeleiteten Debatte. In: taz, 31.12.2013/1.1.2014; Grüne sahen Pädophile als schützenswert an. Aufarbeitung in Hamburg: Wie konnten solche Umtriebe in der Öko-Partei reüssieren? In: Die Welt,  8.2.2014.

 

38 Vgl.  Christian Teevs: Pädophilie-Vorwürfe: FDP-Politikerin zieht Bundestagskandidatur zurück (betr. Dagmar Döring). In: Spiegel online, 10.8.2013 (http://www.speigel.de/politik/deutschland/fdp-politikerin zieht...); Parteienforscher: Auch FDP-Jugend wollte Pädophilie legalisieren (betr. Dagmar Döring). In: Spiegel online, 11.8.2013 (http://www.spiegel.de/politik/deutschland-fdp-jugend-wollte...); Daniel Deckers: Aufarbeitung und Vergangenheit: Die Parteien und die Pädophilen. In: FAZ online, 11.8.2013 (http://www.faz.net/aktuell/politik/aufarbeitung-der-vergangenheit...); Florian Gathmann: Parteien und Pädophile: Forscher Walter erwartet weitere Enthüllungen (betr. Günter Verheugen, FDP – später SPD). In: Spiegel online, 12.8.2013 (http://www.spiegel.de/politik/deutschland/aufregung-um-paedophilie...); Thorsten Jungholt: Franz Walter will FDP Pädophilen-Pakt nachweisen. In: Hamburger Abendblatt online, 12.8.2013 (http://www.abendblatt.de/politik/deutschland/article118952104/Franz...); Thorsten Jungholt: Paktierte die FDP mit Pädophilen? In: Die Welt online, 13.8.2013 (http://www.welt.de/print/die_weltpolitikIarticle118954746/Paktierte...); Pädophilen-Debatte: Irrwege des Liberalismus. In: Spiegel online, 28.8.2013 (http://www.spiegel.de/politik/deutschland/paedophilie-debatte-irrwege...); Auch die FDP unterstützte in den 80er-Jahren pädophile Positionen stärker, als sie bislang zugibt. In: Berliner Zeitung online, 1.9.2013  .(http://berliner-zeitung.de/politik/paedophilie-in-der-politik...); Steven Geyer: Pädophilie in der Politik: Lesben und Liberale, Prominente und Päderasten. In: Berliner Zeitung online, 1.9.2013 (http://www.berliner-zeitung.de/politik/paedophilie-in-der-politik...); Liberalismus: FDP war gegenüber Pädophilen toleranter als bislang bekannt. In: Spiegel online, 1.9.2013 (http://www.spiegel.de/politik/deutschland/liberalismus-fdp-war...); Schweigespirale: Pädophilie-Affäre erreicht Sozialdemokraten [muss heißen: Freie Demokraten] (betr. Christoph Strässer). In: Die Welt online, 18.9.2013 (http://www.welt.de/politik/deutschland/article/1201352/0/paedophilie...).

 

39 Vgl. Marco Carini: Anatomie einer fehlerhaften Debatte. In: taz Nord, 31.12.2013/1.1.2014.

 

40  Vgl. Anm. 39.

 

41  Vgl. zur gesamten Pornographiegesetzgebung des StGB: Sebastian Anders: Click here for Child Porn. In: Gigi – Zeitschrift für sexuelle Emanzipation  Nr. 55 (Mai/Juni 2008), S. 34-37; Kurt Beck: Behüten, wo es nötig ist. Ein sicheres Netz für Kinder- und Jugendmedienschutz widerspricht nicht der Freiheit des Internets. In: Süddeutsche Zeitung, 20.3.2010; Detlev Borchers: Sie tappen im Dunkeln. Der untaugliche EU-Plan gegen Kinderpornographie. In: FAZ, 30.3.2010; Johannes Boie: EU fordert Internet-Sperre für Kinderpornographie. In: Süddeutsche Zeitung, 30.3.2010.

 

42  So wäre in einer bäuerlichen Gesellschaft der negativ besetzte Begriff „Kinderarbeit“ gar nicht verstanden worden, denn auf dem Hof hatte jeder Mensch seine Funktion im Arbeitsprozess, sobald und solange er sich selbständig bewegen konnte.

Und den Jugendlichen in seiner heutigen Erscheinungsform gibt es erst seit höchstens zwei Generationen. Nicht umsonst war das Volljährigkeitsalter 18 bzw. 21 Jahre mit der Fiktion verbunden, auf eigenen Beinen stehen zu können, abgesehen von den relativ wenigen Menschen, die an Universitäten und Hochschulen studierten.

 

43  Hingewiesen werden soll insbesondere auf das Hilfsangebot von Kein Täter werden mit der Internetseite https://www.kein-taeter-werden.de.

Inwieweit Erfahrungsberichte mit „triebdämpfenden Medikamenten“, die man im Internet lesen kann, hilfreich sind, lässt sich schwer sagen, sind doch Erfahrungen mit Medikamenten generell individuell und damit nicht ohne weiteres auf andere Menschen übertragbar.

Vgl. Thomas Schmoll: TV-Dokumentation: Die ernüchternden Bekenntnisse eines Pädophilen. In: Die Welt online, 17.9.2015 (http://www.welt.de/vermischtes/article146519713/Die-ernuechternden...).

Vgl. auch Hirnscanner erkennt pädophile Neigungen bei Männern. In: Welt Kompakt, 6.10.2011; Erfahrungsbericht von Marco unter http://www.schicksal-und-herausforderung.de/erfahrungen-mit-ssri; Erfahrungsbericht von Max: http://www.schicksal-und-herausfeorderung.de-erfahrungen-mit-androcur; Message-Verlauf mit nlhh88 bei Planet Romeo; Bericht des Betreibers der Internetseite www.schicksal-und-herausforderung.de unter dem Titel Leben mit Pädophilie – Die Angst vor sich selbst. In: taz online, 28.1.2012 (http://www.taz.de/!86518...

 

 Hinweisen möchte ich auf den mehrfach preisgekrönten norwegischen Film zu der in diesem Vortrag behandelten Thematik, und zwar auf SØNNER des Regisseurs Erik Richter Strand (* 1974) aus dem Jahr 2006.