Mechtild Borrmann

 

                                                  Wer das Schweigen bricht

 

                                           (Pendragon Verlag, Bielefeld 2011)

 

Dieser Kriminalroman enthält eine nur wenige Absätze umfassende Passage, in der es um das Schicksal der Homosexuellen während der NS-Zeit geht: Zwei von sechs miteinander befreundeten Jugendlichen der Geburtsjahrgänge 1920 bis 1922 – Jacob und Leonhard – sind homosexuell, mögen und lieben sich. Leonhard wird von einem Mädchen dieses Kreises, bei der Staatsgewalt als Homosexueller denunziert, weil Jacob ihre Liebe nicht erwiderte. Leonhard wir verhaftet und nimmt sich im Gefängnis das Leben, um bei Verhören  nicht gegen andere, insbesondere seinen Freund, auszusagen. Seine Leiche wird auf dem Friedhof verscharrt, weil ihm als Homosexuellen und Selbstmörder der katholischen Ortsgeistlichen, der sich für andere NS-Verfolgte engagiert einsetzte, das katholisch-christliche Begräbnis verweigert hatte.

Jacob, der beim Militär ist, wird bei einem kurzen Heimaturlaub über die Ursachen des Todes seines Freundes belogen, ausgenommen von einer der Hauptpersonen des Romans, die jedoch Jacob den Namen der Denunziantin verschweigt. Jacob meldet sich an die Ostfront und kommt dort wenig später ums Leben.

 

Die Verfasserin geht mit dem Thema Homosexualität während der NS-Zeit sensibel und kenntnisreich um.