Gerhard Kuhn

Das Phänomen der Strichjungen in Hamburg


Bundeskriminalamt Wiesbaden 1957


(= Schriftenreihe des Bundeskriminalamtes Nr. 88)

("Nur für den Dienstgebrauch")



Kuhn sieht die männliche Prostitution als "besondere Erscheinungsform der Homosexualität". Werde diese eingeschränkt, gehe das Strichjungenunwesen zurück.

Kuhn plädiert für die Beibehaltung des § 175 StGB in der NS-Fassung und für eine striktere polizeiliche und juristische Verfolgung der Strichjungen, die er u. a. als Verführungsopfer von Homosexuellen sieht.


Kuhn beruft sich in seiner Argumentation wiederholt auf Reichsgerichtsurteile der NS-Zeit sowie auf Gatzweiler.


Kuhns Begrifflichkeit ist ungenau. Die zeitgenössische Literatur zugunsten der Straflosigkeit gleichgeschlechtlicher Handlungen unter Erwachsenen bleibt weitgehend unberücksichtigt.


Interessant ist Kuhns Darstellung wegen der minutiösen Auflistung der in Hamburg erscheinenden Zeitschriften für Homosexuelle, der Hamburger "Klappen", der einschlägigen Lokale und anderer Treffpunkte der 50er Jahre in der Hansestadt.

 

© Gottfried Lorenz.