Albrecht D. Dieckhoff

Vorwort zum Buch "Vom Gesetz geächtet"


(s. o. S. 5-36)


Der Hamburger und gleichzeitig englische Rechtsanwalt Albrecht D. Dieckhoff ist Übersetzer und Herausgeber des Buches "Against the Law" von Peter Wildeblood.

Dieckhoff sieht Wildebloods Werk als Meilenstein im Kampf um Straffreiheit des Grundtatbestandes einvernehmlicher nichtöffentlicher gleichgeschlechtlicher Handlungen unter erwachsenen Männern in Großbritannien und Deutschland seit Ende des 2. Weltkriegs.


Dieckhoff übersetzte das Buch mit dem Ziel, das deutsche Gesetzgebungsverfahren zur Strafrechtsreform zu beeinflussen.


Dieckhoffs Vorwort enthält überdies einen langen Exkurs über die bedingte Entlassung auf Bewährung nach Verbüßung von zwei Dritteln der Strafe. Diese bedingte Entlassung wurde Homosexuellen oft verweigert, da die Gutachter nicht selten in den nationalsozialistischen Vorstellungen zur Behandlung von Homosexuellen befangen waren. Dieckhoff plädiert für die Änderung des Strafgesetzbuches im Sinne des Entwurfs 1960, wonach ein Vollstreckungsgericht über die Aussetzung der Strafe zur Bewährung entscheiden solle.


© Gottfried Lorenz

 


Ein Quäker-Bericht, 1963
zur Gleichgeschlechtlichkeit...zusammengestellt und übersetzt
durch Albr. D. Dieckhoff


Kriminalistik. Verlag für kriminalistische Fachliteratur. Hamburg 1963



Der Quäker-Bericht ist in der Reihe kirchlicher Verlautbarungen zur Homosexualität erfreulich vorurteilslos: Homosexualität ist ein allgemeines biologisches Phänomen, das im Tierreich wie beim Menschen vorkomme. Von Widernatürlichkeit könne somit nicht die Rede sein. Die geschlechtliche Liebe zwischen Männern ist keine Sünde, wenn sie auf gemeinsamem, freiem Entschluß beider Partner beruht. Von einer Verführbarkeit zur Homosexualität sei in der Regel nicht auszugehen.

Aus diesen Prämissen folgert der Quäkerbericht: Straffreiheit für einvernehmliche, nichtöffentliche homosexuelle Handlungen unter Erwachsenen.


©Gottfried Lorenz

 

 


Albr. D. Dieckhoff

Zur Rechtslage im derzeitigen Sittenstrafrecht


Kriminalistik. Verlag für kriminalistische Fachliteratur. Hamburg 1958



Dieckhoff plädiert für eine generelle Reform des Sittenstrafrechts. Der Staat habe nicht die Aufgabe, all das strafrechtlich zur verfolgen, was moraltheologisch Sünde sei. Dies gelte insbesondere für gleichgeschlechtliche Handlungen.

Dieckhoff setzt sich vehement für die Straffreiheit des Grundtatbestandes "einvernehmliche nichtöffentliche gleichgeschlechtliche Handlungen unter Erwachsenen" ein.
Aus Rücksicht auf die öffentliche Meinung wird als Schutzaltergrenze die Vollendung des 21. Lebensjahrs empfohlen, obwohl vom wissenschaftlichen Standpunkt aus dafür das Erreichen des 17. Lebensjahres völlig ausreiche.

 

© Gottfried Lorenz.